Nix is verjesse - Mein Kölle

Der Eau de Cologne Brunnen am Neumarkt

Wenn ihr am Neumarkt seid, lohnt es sich mal einen kleinen Abstecher in die Schalterhalle der Kreissparkasse zu machen. Michael hat ja vor kurzem darüber berichtet. Hier in der Halle findet ihr den Eau de Cologne Brunnen von Eduard Schmitz, von dem zum Beispiel das Jan-Wellem-Denkmal in Köln-Mülheim stammt. Beitrag über dieses Denkmal erscheint demnächst hier bei uns.

Zurück zum Brunnen. Er entstand 1949 und steht seit 1950 in der Kundenhalle der Sparkasse, pünktlich zur Neueröffnung. Dieses " Kassenhallen-Symbol" geht auf eine alte Tradition aus der Vorkriegszeit zurück und es gibt einige Legenden und Anekdoten dazu.

Bereits 1935 wurde die Hauptstelle der Sparkasse von der St.-Apern-Straße an den Neumarkt verlegt und damals entstand der sogenannte "Sparbrunnen", von Eduard Schmitz entworfen. Dieser Brunnen wurde logischerweise mit Kölner Wasser gespeist, aber als Clou wurde eine geringe Menge Duftwasser zugeführt. So bekam der Brunnen von den Menschen sehr schnell den Namen "Kölnisch- Wasser- Brunnen". Typisch kölsch halt. 
Leider wurde der Brunnen während des Krieges konfisziert und eingeschmolzen.

Aber entgegen dem Grundgesetz "wat fott es, es fott", fertigte Eduard Schmitz eben nun zum zweiten mal einen Brunnen an, und so fließt bis heute das Kölner Wasser aus dem Sparbrunnen in das Becken. Lediglich aus einem kleinen Fischmaul fließt Kölner/kölnisch Wasser.

Der Brunnen selbst soll für einige Prinzipien stehen, an der sich die Sparkasse seit jeher orientiert. In den Bienenkorb, der als Sinnbild für die Sparsamkeit steht, legen Jung und Alt ihr Erspartes, getragen wird der Korb von den früheren Landkreisen Köln, Bergheim und dem Rheinisch-Bergischen Kreis. Das von vielen Einzelposten kommende Geld fließt ins Kapitalsammelbecken, dargestellt durch die breite Schale und wird von da aus die Säulen der regionalen Wirtschaft mit Darlehen und Krediten versorgen. Dies stellen die Berufsgruppen im Sockel des Brunnens dar.

Mensch, da musste erstmal drauf kommen. Als ich den Brunnen "entdeckt" habe, fand ich ihn einfach nur passend und hübsch anzusehen hier in der riesigen Halle. Konnte ja nicht ahnen, was dieser kleine Brunnen mir alles symbolisieren soll.

Man kann ihn natürlich auch einfach nur anschauen und sich evtl. etwas mit dem Wasser erfrischen, wenn man denn mag. Aber egal wie auch immer man über ihn denken mag, ich finde ihn hübsch anzusehen.

Sappho , eine griechische Dichterin auf dem Offenbachplatz

Dienstag Mittag, Offenbachplatz. Ich kam gerade die Brüderstraße entlang spaziert und entdeckte auf dem Offenbachplatz eine Skulptur, die mir noch nie so richtig aufgefallen ist. Seit ich Beiträge über die schönen und manchmal auch etwas verborgenen Sachen hier in der Stadt schreibe, gehe ich mit einem anderen Bewusstsein und mit offenen Augen durch Köln. Und so passiert es , dass ich auf einmal etwas entdecke, an dem ich seit Jahren vorbei latsche und mir auf einmal die Frage stelle "wasn dat?". So auch an diesem Dienstag. Steht doch da eine Dame, äh als Skulptur meine ich, die ich gar nicht kenne. Sogar ein Schildchen mit Namen ist angebracht. In Köln beileibe keine Selbstverständlichkeit. 
Ich schaue mir natürlich die Person genauer an, lese was auf dem Schild steht und .....tja, nix und. Sagt mir nichts, nie gehört, ich oute mich also wieder mal als Kunstbanause. Peinlich. Also, ab nach Hause, googeln, Bücher raus und suchen, lesen, Notizen machen.

Das habe ich jetzt getan, und so kann ich euch auch über dieses Mädel ein paar Sachen erzählen, denn bestimmt geht es einigen genau so wie mir. Also, lehnt euch zurück und ich erzähle euch ein wenig über die Geschichte der Sappho, denn so heißt sie.

Dafür gehts in der Geschichte richtig weit zurück, bis ins 6. Jahrhundert v. Chr. Sappho galt als Lyrikerin, als älteste Dichterin des Altertums, hielt sich im Kreis junger Frauen auf, die genau wie sie den Tanz und Gesang liebten. Gelebt hat sie auf Lesbos. Bei uns wurde sie eigentlich erst Ende des 19. Jahrhunderts bekannt und gewürdigt. Zu dieser Zeit wurden immer mehr "griechische Papyri" gefunden und es wurde deutlicher in welch kunstvoller Sprache die Dichterin aus weiblicher Sicht ihre Lebenswelt in lyrischen Versen zum Ausdruck zu bringen vermochte.

So wurden unter anderem Götterhymnen, Hochzeits- und Liebeslieder wurden von ihr gefunden. Sie wurde wohl auch wegen der Erotik und eigentlich schlichten Sprache in ihren Werken sehr verehrt. Es wird vermutet das sie zwischendurch aus ihrer Heimat verbannt wurde, später aber zurückkehrte, eine Schule für junge Damen im heiratsfähigen Alter aufbaute und wohl auch intime Verhältnisse zu den Schülerinnen "pflegte". So soll das Leben der "Sappho" maßgeblich zu dem Wort "Lesbisch" beigetragen haben, wie auch der Name ihrer Heimat "Lesbos" aussagt.

Die Kölner Universität erwarb 2002 eine Sammlung von 25 Papyri aus privater Hand und konnte nach aufwendiger Arbeit zwei Fragmente wieder herstellen, die 2004 veröffentlicht wurden. Hierbei handelt es sich um die ältesten Zeugnisse ihres Schaffens und die Dichterin erklärt ihre Sicht auf das Alter.So beklagt sie den Verlust der Schönheit den ihr das Alter zugefügt hat und ihre Unattraktivität für ihre jüngeren Gefährtinnen.

1963 kaufte die Stadt Köln das Werk des Bildhauers Emile-Antoine Bourdelle und stellte es vor dem Schauspielhaus auf. Übrigens wiegt die Dame rund 600 kg und hat angeblich einen Wert von 1,4 Millionen Euro, so sagt man.

Die Kölner verniedlichten natürlich wieder alles. So erklärten sie die Lyra einfacherhalber zur Harfe und nannten die Sappho schlicht "Harfelisje". So einfach geht das hier. Schon ist sie eine von uns.

Ein Wasserfall in der Stadt - Am Römerbrunnen

Kaum fünf Minuten Fußweg sind es vom Dom zu einem breiten Wasserfall mitten in der Stadt.

Sorry, ich musste diesen Satz so schreiben, er hörte sich einfach so schön reißerisch an. 
Na ja, vielleicht habe ich ein ganz klein wenig übertrieben und der Wasserfall ist doch eher ein Wasserschleier. Aber ein breiter, darauf bestehe ich. Und so richtig uralt, wie der Name Römerbrunnen vermuten lässt, ist dieser auch nicht. Und trotzdem lohnt es sich, hier ein paar Minuten zu verweilen und sich umzuschauen.

Franz Brantzky erbaute den Brunnen bereits 1915, doch schwere Kriegszerstörungen machten 1955 eine Restaurierung nötig und so wurde er nach dessen Entwurf mit den noch vorhandenen Materialien verändert wieder hergestellt.

Auffällig ist natürlich die lange Brunnenwand mit der halbkreisförmigen Mauer in der Mitte. Die Brunnenwand wird von Reliefplatten aus Sandstein geschmückt. Diese zeigen verschiedene Darstellungen. So wird uns eine Kampfszene gezeigt, weitere Szenen sind Rechtsprechung, Rassenmischung, Kunst und Wissenschaft. All dies wird bildlich dargestellt, ebenfalls eine Taufe, eine Opfergabe sowie eine Kultfeier. Ursprünglich waren es einmal 9 Platten.

Weiterhin sind Persönlichkeiten der römischen Kaisergeschlechter dargestellt, wie Pius, Maximus, Constantin der Große oder Helena und Theodosius. Sie sollen die römische Herrschaft am Rhein symbolisieren. Im unteren Bereich der langen Mauer fällt der eben schon erwähnte Wasserschleier in ein Becken. 
Auf einer hohen Doppelsäule thront unübersehbar die Wölfin, der Legende nach säugte sie ja die späteren Stadtgründer Roms, Romulus und Remus.

Ich finde den Platz hier vor dem Stadtmuseum gar nicht so übel. Wer sich etwas Zeit nimmt, kann viele kleine Details entdecken. Wer Zeit und Muße hat, kann natürlich auch durchs Stadtmuseum schlendern, immer einen Besuch wert. In absehbarer Zeit werden wir sicher auch darüber berichten, Ehrensache.

Stadtbaumeister in Köln - Hermann Joseph Stübben

Hermann Joseph Stübben, (1845-1936), war ein Großer seiner Zeit. Für rund 125 Städte in ganz Europa hat er während seiner Schaffenszeit Erweiterungen entworfen und Bebauungspläne vorgelegt. Eine lange und wichtige Phase seines Lebens hatte er in Köln, und darüber möchte ich jetzt berichten.

Nach dem Gewinn eines Planungswettbewerbes 1880 zur Stadterweiterung für Köln führte ihn sein Weg also 1881 hierher nach Köln, wo er dann fast 20 Jahre tätig sein sollte und Köln aktiv mit- und umgestaltete. Wenn ich mir anschaue, wo er überall seine Finger im Spiel hatte, frage ich mich ernsthaft, warum mir der Name vorher kaum etwas sagte. Hier mal ein paar kurz Auszüge seiner Arbeiten hier in Köln. Ausbau der total brachliegenden Kanalisation, Neuanlage vieler Straßen, Erhaltung der Stadttore, Modernisierung der Hafenanlagen, Erbauung des Hohenstaufenbades, um nur ein paar Eckdaten zu nennen. Auch Bücher publizierte er, sein berühmtestes Werk war sicherlich das Buch "Der Städtebau". Es erschien in vielen Sprachen und war lange Zeit wegweisend in seiner "Branche".

Dies alles spiegelte sich natürlich auch in seiner Karriere wider. So wurde er 1889 zum Stadtbaurat ernannt, er wurde zum Beigeordneten befördert, kurz darauf bekam er den Titel eines Baurates, ab 1892 führte er den Titel eines Geheimen Baurates.

Ab 1881 also leitete Stübben den Ausbau des neuen Stadtgebietes, so wurde ein Entwurf zur baulichen Gestaltung des Festungsgeländes der Stadt Köln von Karl Henrici und Joseph Stübben erstellt. Kernstück dieser "Aktion" war der Abriss der Festungsmauer und an diesem Ort dann die Errichtung des Ringboulevards. Im Jahre 1886 bereits wurde die Kölner Ringstraße fertiggestellt und in Betrieb genommen. Ja, damals ging es scheinbar noch zügiger voran in unserer Stadt.

Natürlich gab es einige Städte, an denen Stübben sich ein wenig orientierte. So schaute er sich die großen Plätze mit ihren sternförmigen Kreuzungspunkten in Wien, Paris und Antwerpen ab. Aber nicht alles lief immer rund, damals wurden öffentliche Bedürfnisanstalten an den größeren Plätzen errichtet. Meist stand dann ein Holzhäuschen mitten auf einem Platz, wie am Hohenzollernring. Dies wurde lange heftig kritisiert. Auch damals war der Spagat zwischen Tradition und Neuerung nicht einfach.

Trotzdem setzte an den Ringen ein wahrer Bauboom ein. Am Kaiser-Wilhelm-Ring entstanden hübsche Grünanlagen mit langen Baumalleen und natürlich dauerte es nicht lange, bis hier großartige Wohnpalais für die Reichen entstanden und die Neustadt entlang dieses neuen Ringes entstand. Leider stiegen hier die Grundstückspreise rasant und die nicht so finanzkräftigen Familien und kleineren Firmen zog es also gezwungenermaßen vor die Stadt, was den Vororten wie Ehrenfeld, Nippes oder Bayenthal unerwartet großen Zuwachs bescherte. Ausgelöst, wenn auch so nicht geplant, durch die Pläne Stübbens.

Aber die Stadt wurde auch deutlich grüner, und auch daran hatte Joseph Stübben seinen Anteil. So wurde 1890 der Volksgarten eröffnet. Geplant war alles ganz anders. Schon 1881 hatte Stübben diesen Volksgarten in seinen Plänen, allerdings sollte er zwischen Lindenstraße und Zülpicher Straße entstehen. Dieses scheiterte an Grundstückskäufen und wurde zu den Akten gelegt, bis der Stadtverordnete Wilhelm Kalenberg sich der Sache annahm. Aber darüber erzähle ich ein andermal, das ginge heute zu weit. Auch die Geschichte des Rathenauplatzes beginnt hier, ist aber auch eine eigene Geschichte. Aber ihr seht, was Stübben alles "losgetreten" hat.

Auch als Stübben mit 53 Jahren aus den Diensten der Stadt ausschied, blieb er Köln noch einige Zeit treu. Er arbeitete als Architekt, wurde Stadtverordneter, und saß im Vorstand der Helios AG in Ehrenfeld. Erst 1904 endete seine Zeit in Köln und er zog nach Berlin.

Egal ob, Neustadt, Ringe oder Volksgarten, er hat unsere Stadt ein Stück weit verändert und geprägt, und wir profitieren heute noch davon. Er ist vielleicht gar nicht so bekannt in Köln, aber unsere Stadt sähe anders aus ohne ihn.

Am Hahnentor ist ihm zu Ehren eine Plakette angebracht. Und ich freue mich sehr, dass ich heute hier bei Kölschgänger an ihn erinnern darf. Denn seine Leistungen sind auch nach so langer Zeit immer noch zu sehen in unserer sich laufend verändernden Stadt.

Euer Ronald

Die Südbrücke, einer meiner Lieblingsorte

Unser Brückenpanorama in Kölle ist einfach etwas besonderes. Klar, die Hohenzollernbrücke ist das Non plus Ultra. Aber ich persönlich bin, ehrlich gesagt, so ein klein wenig in die Südbrücke verliebt. Ein Hingucker ist sie, immer noch, für mich jedenfalls. Unzählige Male habe ich auf ihr gestanden und die Zeit vergessen. Hier ist es halt ruhiger als auf der Hohenzollernbrücke, wo der totale Trubel herrscht. Auf der Südbrücke habe ich meine Stadt für mich. Das Panorama des Rheinauhafens und in der Ferne Groß St. Martin und Dom, auf der anderen Seite die Poller Wiesen, die Ruhe ausstrahlen mit ihrem Grün. Und natürlich der Rhein. Ab und zu kommt ein Schiff vorbei, im Sommer kann man häufiger den Ruderern aus dem nahen Rodenkirchen zusehen und den kleinen schnittigen Motorbooten. Dann und wann rattert ein Güterzug über die Brücke und holt mich wieder aus meinen Träumen. All das hat was und ich genieße es. Ich habe da mein kleines Ritual. Gemütlich durch den Friedenspark schlendern, dann mal an der Tatortbude nach den leckeren Currywürstchen sehen und den Rhein und meine Südbrücke betrachten.

Vorfreude kommt auf, dann wird es Zeit, die Treppen zur Brücke zu erklimmen, ich gehe ein paar Meter in Richtung Brückenmitte der 536 m langen Brücke, es wird ruhiger, windiger, ich genieße das Panorama und habe meine Stadt ein paar Minuten ganz für mich. Schön. Heimat. Geborgenheit.

So, aufwachen Ronald. Natürlich gibt es über die Südbrücke aber auch ein paar offizielle Daten. Sie wurde zwischen 1906 und 1910 als dreiteilige Fachbogenbrücke gebaut. Seit dem 5. April 1910 steht sie auf zwei Gleisen dem Güterverkehr zur Verfügung und damit rollten von da an keine Güterzüge mehr über die Hohenzollernbrücke. Auf beiden Seiten gibt es Gehwege, die eine kleine Besonderheit darstellen. Diese gehören nicht zur Bahn AG, die die Gehwege damals nicht bauen wollte. Dafür sorgte dann die Stadt Köln, die damit auch bis heute für die Unterhaltung und Pflege zuständig ist. Kurioses Köln mal wieder.

Übrigens gab es damals keine Eröffnungsfeier. Tragischerweise hat der Bau des mittleren Fachwerkbogens acht Arbeiter das Leben gekostet. Daraufhin wurde auf Feierlichkeiten zur Eröffnung verzichtet. Im 2. Weltkrieg zerstört, wurde sie dann in den Jahren 1945 bis 1950 wieder aufgebaut, allerdings wurde auf den aufwendigen Wiederaufbau des Turms und der Portalbauten verzichtet, so stehen halt nur noch die nicht im Krieg zerstörten Bauten, und leider auch nicht im besten Zustand, denn einige Auf-und Abgänge sind gesperrt. Trotzdem steht die Südbrücke unter Denkmalschutz. Die Aufgänge zur Brücke sind leider für Menschen mit eingeschränkter Mobilität nur schwer bis gar nicht nutzbar. Aber das Problem haben wir ja in Köln häufiger.

Ja, es gibt viel zu tun, durch die Schmierereien an der Brücke und der schlechten Beleuchtung der Treppen und einigen weiteren unschönen Sachen macht sie manchmal keinen so einladenden Eindruck. Und doch ist sie für mich ein ganz wichtiges Stück Heimat. Nicht auf schön getrimmt für die Touris, sondern authentisch und echt.

Vielleicht ist es mir auch einfach nicht möglich, einen objektiven Beitrag zu schreiben. Dafür habe ich diese Brücke viel zu sehr in mein Herz geschlossen, aber ich schreibe ja auch nicht für irgendwelche Stadtplaner, sondern für Kölsche mit Herz, und die werden verstehen, was ich meine. Da bin ich mir ganz sicher.

Jeder Mensch hat in dieser Stadt so seine Lieblingsorte, die Südbrücke ist so einer für mich.

Das Gesetz der Elektrizität - Entdeckt in Köln

Es gibt viele Dinge, die auf den ersten Blick nichts mit Köln zu tun haben, oftmals, weil es sich nicht um Kölner handelt. So ist es auch in dieser Geschichte. Und doch ist es spannend zu erfahren, was in unserer Stadt so alles passiert ist.

Heute geht es um Georg Simon Ohm, er hat das Gesetz der Elektrizität "entdeckt". Ohm, 1789 in Erlangen geboren, studierte Mathematik, Physik und Philosophie in seiner Heimatstadt Erlangen. Anfangs arbeitete Ohm als Lehrer und unterrichtete die Fächer Mathematik und Philosopie in verschiedenen Städten, darunter auch in Köln. Genauer gesagt verbrachte er neun Jahre in Köln, die wichtigsten seines Lebens.

Zu seiner Kölner Zeit war die Stadt gerade mal wieder im Wandel. Der Wechsel von der französichen zur preussischen Ära war in vollem Gange, das Hochschulwesen wurde reformiert und die besten Lehrer der Stadt wurden an das kölnische Gymnasium in der Marzellenstraße in unmittelbarer Domnähe berufen. So wurde beispielsweise der in Heidelberg lebende Sulpiz Boisseree gebeten, die Leitung zu übernehmen. Dieser Boisseree sollte ja später noch wichtig für Köln und den Dom werden, aber darüber wird euch Ramona demnächst berichten.

Über den neuen Lehrer Ohm schrieb die Kölnische Zeitung sogar einen Bericht, so stand zu lesen "so wird ein wackerer Lehrer, der Dr. Ohm aus Erlangen ...in kurzer Zeit in Köln erwartet". 
Ohm war offenbar von den Möglichkeiten am Gymnasium sehr angetan, denn schon sehr bald begann er die vorhandenen naturwissenschaftlichen Apparaturen teilweise auf eigene Kosten zu reparieren. Auch wissenschaftliche Literatur schaffte er an, um einen guten Unterricht gewährleisten zu können. In dieser Zeit veröffentlichte er einige wissenschaftliche Beiträge zum Thema "Elektrizität" und "Stromfluß".

Nebenbei betrieb er Studien auf dem Gebiet der Physik, hatte auch einige Erfolge vorzuweisen, schaffte es aber nicht so richtig, bekannt zu werden und so blieb ihm die Anerkennung versagt. Im Jahre 1826 formulierte er das "Ohmsche Gesetz", mit dem er in die Geschichte der Physik einging. Leider wie es so oft ist, erst viel später, genauer gesagt 1833, als er eine Professur für Physik in Nürnberg erhielt, bekam er endlich die lang ersehnte Anerkennung. Später, 1841 wurde ihm die Copley-Medaille verliehen, eine hohe Auszeichnung, etwa vergleichbar mit dem Nobelpreis. Er starb mit 65 Jahren in München, wo er als Professor für Mathematik und Physik lehrte.
Die größte Ehre aber wurde ihm erst nach seinem Tode gewährt. Im Jahre 1893 wurde das "Ohm" international als Einheit des elektrischen Widerstandes eingeführt und ist bis heute gültig.

Als der Kongreß der Elektrotechniker in Paris die Meßeinheit des elektrischen Widerstandes "Ohm" nannte, war man in Köln sehr stolz darauf. So benannte die Stadt 1890 die Straße vor den errichteten Gebäuden des Wasser- und Elektrizitätswerkes nach ihm.

1939, zu seinem 150. Geburtstag, ehrte ihn die Stadt Köln mit einer bronzenen Gedenkplatte, die der Kölner Bildhauer Toni Stockheim anfertigte. Darauf steht: Georg Simon Ohm entdeckte in diesem Hause als Lehrer am alten kölnischen Gymnasium im Jahre 1826 das Grundgesetz der elektrischen Ströme. Die Hansestadt Köln weihte dem großen Physiker zum 16. März 1939, seinem 150. Geburtstage diese Tafel.
Angeblich sollte die Tafel wegen ihres Metallwertes von den Nazis eingeschmolzen werden, wurde aber vorher von Bürgern abmontiert und somit gerettet.

Die Tafel könnt ihr euch auch heute noch in der Marzellenstraße 32, mitten in der City anschauen.

In der Südstadt ist Georg Simon Ohm mit einer Ohmstraße verewigt.

In Köln trägt das Simon-Ohm-Berufskolleg bis heute stolz seinen Namen. So ist und bleibt er unvergessen.

Übrigens zieren 124 Figuren den Ratsturm der Stadt Köln, an der Nordseite, im 2. Stock steht die Figur des Georg Simon Ohm.

Ich hoffe die Geschichte hat euch gefallen. Es gibt in dieser Stadt so unglaublich viel zu entdecken. 
Viel Spaß dabei wünscht euch Ronald

Lindenthaler Kanäle – Spaziergängers Traumweg

Heute habe ich mal einen auf Spaziergänger gemacht. Darf auch mal sein. Gefreut habe ich mich darauf und ich wurde nicht enttäuscht. Ein Spaziergang entlang der Lindenthaler Kanäle ist wirklich etwas feines. Gut zu laufen, immer entlang der Wasserstraße. Einfach herrlich, egal zu welcher Jahreszeit.

Der Lindenthaler Kanal setzt sich eigentlich aus zwei Kanälen zusammen, dem Clarenbachkanal und dem Rautenstrauchkanal. Die Strecke ist etwa 1,5 km lang, kann aber in beide Richtungen Aachener Weiher oder/und Lindenthaler Tierpark verlängert werden. Gespeist wird der Kanal mit Wasser aus einem Grundwasserbrunnen über eine Rohrleitung. Konrad Adenauer, der alte Fuchs, ließ 1925 den Kanal anlegen um den inneren mit dem äußeren Grüngürtel zu verbinden. Gerüchten zufolge soll er wohl etwas neidisch in Richtung verbotene Stadt mit ihrer Königsallee geschaut haben und wollte etwas ähnlich hübsches.

Entlang Kastanienalleen zu spazieren hat etwas beruhigendes und auch auf dem Kanal gibt es immer wieder etwas zu beobachten. Allerlei Getier wie Schwäne und Stockenten tummeln sich auf ihm, “stark befahrene” Wasserstraße. Einige sehr gelungene bogenförmige Brücken überspannen den kleinen Kanal.

Zwischen den kleinen Kanälen liegt der Karl-Schwering-Platz, ebenfalls hübsch anzuschauen mit seinem Baumrondell und den Plastiken. Dieser wurde damals als Verbindung zwischen den beiden Kanälen angelegt, da in der Mitte das Kloster „Zum guten Hirten“ etwas im Weg war und so eine durchgängige Streckenführung nicht möglich war. Aber Adenauers bewährtes Team bestehend aus dem Stadtplaner Fritz Schumacher und dem Gartenplaner Fritz Encke haben das gut gelöst, finde ich.

Und so spaziere ich weiter entlang dieser hübschen Oase, begegne „Kentaur“ und „Najade“, den beiden Skulpturen und vergesse fast, dass ich mich in einer Millionenstadt befinde. Allen, die sich mal eine oder zwei Stunden „Auszeit“ gönnen möchten kann ich einen Spaziergang entlang der Lindenthaler Kanäle wirklich empfehlen.

Der Max und Moritz Brunnen am Lenauplatz

Hier sitze ich, in Ehrenfeld, genauer am Lenauplatz, der nach dem österreichischen Schriftsteller Nikolaus Lenau benannt ist. Der Platz gefällt mir direkt, nicht vollgestopft, aber auch nicht trist, ein von Bäumen umsäumter Mittelpunkt des neuen Stadtviertels. Und etwas am Rand des Platzes steht er, neben dem Kiosk, der Max und Moritz Brunnen.

Die Brunnenplastik aus Eisenguss wurde von dem Kölner Bildhauer Hein Derichsweiler (* 1897, † 1972) geschaffen. Der 1,50 Meter hohe Brunnen zeigt Max und Moritz, die beiden Figuren aus dem gleichnamigen Kinderbuch von Wilhelm Busch beim „Bockspringen“.

Ab und an, wenn ich mit einem leckeren Kaffee vom Kiosk auf einer der Bänke auf diesem Platz sitze, sehe ich Kinder an ihm herumturnen. Ich sitze gerne hier.

Der Platz ist eigentlich nichts besonderes und doch mag ich ihn. Und die Kinder mögen den Brunnen. Er wurde 1960 als Gabe der Bürgervereinigung Ehrenfeld aufgestellt und vom damaligen Kölner Bürgermeister Theo Burauen eingeweiht. Eine kleine Oase in unserer Stadt. Viel zu oft nicht beachtet in der Hektik des Alltags.

Schaut doch auch mal vorbei und besucht Max und Moritz.

Unser Friedenspark am Rande der Südstadt

….und die Burg war riesig, aus rotem Stein. Oben auf dem Dach thronte ein großer Drache, der über die Gegend wachte und Alarm schlug, wenn sich in der Ferne etwas bedrohliches näherte. Um die Burg war ein großer Wassergraben gezogen, das Wasser spiegelte sich heute ganz besonders schön in der Sonne. Jan ließ das blaue Tor öffnen und trat über die Hängebrücke nach draußen. Bester Laune spazierte er über die Wiese. Kaninchen liefen überall umher, schlugen Haken und tollten wie wild umher. Am Rand der Wiese standen überall Bäume. Vögel waren zu hören und ab und an hörte er ein Eichhörnchen keck meckern. Nun war es Zeit, seinen Untertanen einen Besuch abzustatten. Das kleine Dorf lag direkt neben der Burg. Überall liefen Leute umher, verrichteten ihr Tagwerk, bauten an ihren Hütten oder unterhielten sich. Auch im Kräutergarten waren einige am arbeiten, auf der anderen Seite auf der riesen Spielwiese übten die Gaukler. Sie hatten ein Seil zwischen zwei Bäume gespannt und versuchten nun über dieses zu balancieren. Jan sah ihnen ein wenig zu, dann wurde er …...

So oder zumindest so ähnlich würde sich die Geschichte anhören, die ich meinem Sohn erzählen würde, wenn wir mitten im Friedenspark auf einer Wiese lägen und uns umschauten. Dieser wunderbare Park mit dem Fort lädt einfach zum träumen ein und wer mit einem Kind hier in den Friedenspark kommt, sollte die Gelegenheit nutzen und ein wenig träumen.

Aber was erwartet uns wirklich im Friedenspark? Ich war dort und habe mich ein wenig umgesehen. Von der Rheinseite kommend ist das alte Fort mit dem stolzen Adler (und manchmal auch einigen Tauben) gut sichtbar. Jedenfalls der obere Teil. Aber als ich dann vor der Anlage stand war ich doch überrascht, wie groß sie ist. Fast 5 Hektar umfasst diese Parkanlage. Direkt um das Fort gibt es einiges zu entdecken, einen Bauspielplatz, einen kleinen Rosengarten, Stauden und sogar einen Schattengarten. Auf den ersten Blick wirkt alles ein klein wenig wild und etwas ungepflegt. Aber irgendwie passt das genau so zu dem Fort. Authentisch. Etwas verwegen, zerfurcht, spannend, dies alles zu entdecken. Eine Wandskulptur, die John-Lennon-Gedenkstätte (darüber habe ich bereits berichtet) und ja, wer genau hinschaut, kann sehen, dass es früher wirklich einen Wassergraben gab.

Früher, genau genommen im März 1914 wurde von der Stadt beschlossen, den Park nach den Plänen von Fritz Encke anzulegen. Die alten Festungsmauern und Gräben wurden mit ins Konzept übernommen und prägen auch heute noch das Erscheinungsbild. Besonders das 15 Meter hohe Monument mit dem Adler fällt sofort auf. Sogar die Bläck Fööss haben ein Lied darüber geschrieben (Ungerm Adler). Ich hatte leider noch nicht die Gelegenheit, auf das Dach zu kommen und mir das mal aus nächster Nähe anzuschauen. Aber ich arbeite daran, irgendwann...

Dieses Fort hat schon unglaublich viel erlebt. So war es früher die Zentrale aller Forts des Festungsrings. Von 1919 bis 1934 wurde der Innenbereich des Forts sogar als Mensa für die nur wenige Meter entfernte Universität genutzt. Was Wenigen bekannt ist, auch heute wird im Inneren ein kleines Cafe vom Jugendzentrum Köln e.V betrieben. Ein weiterer Vorteil des Geländes sind die Wiesen. Der Park ist nicht überlaufen und die Kiddies haben genug Möglichkeiten, sich auszutoben. Einem schönen Nachmittag hier am Rande der Südstadt steht also nichts im Wege.
Viel Spaß und eine schöne Zeit wünscht euch Ronald.

Der Theo-Burauen-Brunnen

Heute bin ich mal wieder in der Stadt unterwegs gewesen, um einen Brunnen zu fotografieren. Mir war vorher schon klar, dass ich keine bombastische Sensation vorfinden würde, aber ich möchte ja gerade auf die vielen kleinen Dinge aufmerksam machen, die schnell übersehen werden bei all den Hinguckern in dieser Stadt. Aber gerade diese kleinen, oft vertrauten Dinge sind es, die ein Veedel aufwerten und für "Veedelflair" sorgen. Oft sind diese Sachen, wie in diesem Fall ein Brunnen, etwas in Vergessenheit geraten und damit auch die Geschichte, die dahinter steckt.

Also bin ich ab zu meinem "Objekt der Begierde". Ziel war das Laurenzgitterplätzchen und dort der Rathausbrunnen. Ehrlich gesagt kannte ich den vorher gar nicht wirklich. Klar, dran vorbeigekommen bin ich schon, aber beachtet habe ich ihn halt nicht. Daher wusste ich auch nicht, dass er eigentlich Theo-Burauen-Brunnen heißt und dem ehemaligem Oberbürgermeister zu Ehren dort steht. Das ist ja auch das schöne am Projekt Kölschgänger, genau diese Dinge wieder ins Bewusstsein der Kölner zu bringen.

Und dann stehe ich endlich vor dem Brunnen, versuche ihn auf mich wirken zu lassen und dabei werde ich sehr nachdenklich. Denn der Brunnen ist in einem sehr schlechten Zustand, auch gibt es keinerlei Informationen zu ihm hier an diesem Platz. Ehren wir so unsere ehemaligen Oberbürgermeiser? Traurig, wirklich traurig.

Ich kann teilweise verstehen, dass unsere Stadt nicht hinterher kommt bei der Pflege, sicher sind auch finanzielle Probleme im Spiel. Auch möchte ich hier nicht schimpfen und motzen, sondern anregen zu überlegen, wie das geändert werden kann. Viele Brunnen und Plätze werden von Vereinen oder engagierten Mitbürgern gepflegt, denn die Kölner stehen auf einzigartige Art und Weise zu ihrer Stadt. Darauf bin ich immer stolz gewesen und bin es noch. Ich kenne unzählige Beispiele dafür. Und vielleicht ist das genau der Weg. Wie wäre es, wenn die Stadt ihre Bürger einfach mal fragen würde, ob es einen Verein oder ein paar engagierte Menschen gibt, die sich so eines Brunnens annähmen und ihm wenigstens etwas Pflege zukommen lassen. Ein hübsches Schild mit ein paar Infos zum Brunnen wären oft hilfreich ,um ihn etwas besser zur Geltung kommen zu lassen. Nur so kann sich die Situation verbessern. Lasst uns gemeinsam nach Lösungen suchen, das wäre schön.
Aber nun möchte ich natürlich ein paar Erklärungen zum Brunnen abgeben. Der Theo-Burauen-Brunnen wurde vom ehemaligen Karnevalsprinzen Wienand Müller gestiftet und 1971 von Klaus Albert erbaut und wurde nach dem ehemaligen Kölner Oberbürgermeister benannt. Er war vom 9. November 1956 bis 17. Dezember 1973 Oberbürgermeister der Stadt Köln. Am 14. Januar 1974 wurde Ihm die Ehrenbürgerwürde der Stadt verliehen. Ein Grund mehr, diesen Brunnen wieder besser in Schuss zu bringen und so unseren Ehrenbürger entsprechend zu würdigen.

Auf den ersten Blick erscheinen die Stahlträger völlig planlos gestapelt worden zu sein und man hat keine Chance, einen Zusammenhang zu Theo Burauen herzustellen, aber ein Schild könnte erklären, was sich der Künstler gedacht hat und so zum besseren Verständnis beitragen. So zum Beispiel: “Das Design soll die Anstrengungen des Wiederaufbaus unserer fast völlig zerstörten Stadt nach dem zweiten Weltkrieg symbolisieren. Die Stadt lag in Trümmern, zerbombt, verbrannt, farblos und hoffnungslos zerstört. Und doch wurde sie wieder aufgebaut. Stück für Stück. Zwischen 1956 und 1973 auch unter der Führung des Oberbürgermeisters Theo Burauen”.

Das Becken stellt also die Fundamente der Stadt dar, die Stehle steht für den Wiederaufbau und das plätschernde Wasser steht für das heitere, rege pulsierende Leben heute in unserer Stadt. 
Wenn ich vor dem Brunnen stehe mit diesem Wissen, dann ergibt es Sinn, ich sehe den Brunnen mit ganz anderen Augen, und Respekt für die Leistungen unseres Ehrenbürgers und aller Menschen in dieser Zeit macht sich bei mir breit.

Ja, er gehört nicht zu den anfangs beschriebenen kleinen Dingen. Dieser Brunnen macht Sinn und es lohnt sich, ihn wieder mehr in den Mittelpunkt zu stellen.

Agneskirche - entstanden aus Liebe

Eigentlich steht sie in der Neustadt-Nord, unsere Agneskirche. Aber natürlich sagt das so niemand. St. Agnes, wie sie richtig heisst, steht im Agnesveedel. So und nicht anders. Deshalb heisst es ja auch Agnesveedel. Logisch. Weit sichtbar ist sie von vielen Punkten in Köln. Klar erkennbar, der Turm hat eine Höhe von etwa 62 Metern. Stattlich.

Im neugotischen Stil erbaut, ist sie das Zentrum des Veedels. Schön ist sie. Unverwechselbar, die Kirche der Liebe, wie ich sie so gerne nenne. Warum "Kirche der Liebe"? 
Peter Joseph Roeckerath hat diese Kirche, die zweitgrößte Kölns im Jahre 1895 gestiftet. Der Liebe wegen.

Agnes, übrigens eine geborene Schmitz ( muss wohl doch mal die Geschichte der "Schmitz Säule" aufschreiben), so hieß die Ehefrau Roeckeraths, entstammte einer Kappesbauerfamilie. Mit der Heirat brachte sie große landwirtschaftlich genutzte Flächen mit in die Ehe. Stadtnah außerdem und damit sehr begehrt und finanziell wertvoll. Dies sollte sich 1880 in barer Münze niederschlagen. Im Zuge der Stadterweiterung verkauften Roeckeraths ihre Grundstücke und kamen so zu beträchtlichem Reichtum.

Jedoch verstarb Agnes, mittlerweile stolze Mutter von zwölf Kindern bereits 1890. Roeckerath, inzwischen Grundstücksmakler und Bauunternehmer, ließ St. Agnes 1896 nach Plänen des Architekten Carl Rüdell zu Ehren seiner Gemahlin erbauen. Sie sollte den Namen seiner Ehefrau tragen. Aus Liebe. Es wurde die zu dieser Zeit größte Pfarrkirche Kölns und eine Hallenkirche mit Querschiff im Stil der Neugotik . Auch der Turm wurde nach seinen Wünschen "ohne Helm" gebaut, die Plattform zu erklimmen lohnt sich bestimmt, auch ist der Turm für uns leicht von anderen Kirchtürmen zu unterscheiden.

Bereits 1902 wurde St. Agnes fertiggestellt und eingesegnet. 1910 wurde der Anbau der Sakristei beschlossen und 1913 vollendet und durch den Erzbischof geweiht. Roeckerath selbst verstarb 1905 und wurde in einer der Seitenkapellen bestattet.
Im Zweiten Weltkrieg wurde die Kirche schwer zerstört und zwischen 1950-58 wiederhergestellt. Von der neugotischen Ausstattung aus dem Jahr 1902 sind der Hochaltar, das Taufbecken und der Petrusaltar erhalten.

In den Schlagzeilen war St. Agnes, als bei der Renovierung der Opferstöcke 50 Millionen Mark in Ritzen und doppelten Böden gefunden wurden. Leider war das Geld längst nichts mehr wert. 
Ja, und wenn ihr sie mal besucht, das Veedel hat Flair. Nette Einkehrmöglichkeiten sind vorhanden.

Der Fischweiberbrunnen am Fischmarkt

Da steht er, mitten in der Altstadt und kaum jemand beachtet ihn. Gerade am Wochenende schlendern zig Menschen an ihm vorbei. So ging es auch mir lange Zeit. Aber irgendwann stellte ich mir die Frage, was diese Figuren bedeuten sollten. Also Google gefragt und erfahren, dass es der Fischweiberbrunnen ist. Fischweiber? Hier in der Altstadt? Was soll das denn!

Aber neugierig, wie ich nun mal bin, wollte ich mehr erfahren und jetzt endlich kann ich auch über diesen Brunnen ein wenig "klugscheißern", was ich jetzt auch direkt mal mache. Also, 1986 wurde dieser aus Basaltlava gefertigte Brunnen von Rainer Walk gefertigt. Der Grund war das 100-jährige Jubiläum der Kreishandwerkschaft hier an der Frankenwerft. Übrigens steht der Brunnen auf dem Fischmarkt, wie sinnig.

Und ja, auch der Name ist natürlich kein Zufall. Früher, also ganz früher, ne, noch früher, war Köln eine Fischereistadt, hier wurden Heringe umgeladen und bekamen das Kölner Qualitätssiegel. Wer in diesem Land könnte sich besser mit Heringen auskennen als wir Kölsche....war Spaß.

Aber es war tatsächlich so. Die Fischer hatten sogar eine eigene Zunft. Die Farben rot und weiß im Wappen zeugen übrigens von dieser alten Tradition. Es sind die Farben der Hanse, denn Köln war Gründungsmitglied der deutschen Hanse. Auch war hier am Fischmarkt, wo heute das Stapelhaus steht, ein Fischkaufhaus,denn durch das Stapelrecht war Köln ein großer Umschlagplatz für Fluss und Seefisch, wie den eben erwähnten Hering, auf den Köln einige Zeit das Monopol für den Heringshandel besaß, es hat also alles seine Ordnung mit dem Namen Fischmarkt.

Und jetzt schauen wir uns mal den Brunnen genauer an. Die Form nennt sich Vierpaßform und wurde nicht zufällig gewählt, sondern erinnert an die Konchen von Groß St. Martin. Mitten aus dem Becken ragt die Brunnensäule und genau auf Wasserhöhe wird sie von einem Kranz aus Fischen umschlossen. Wer genau hinschaut, kann sogar eine Wassernixe entdecken. Weiter oben sehen wir vier Ausläufe,aus denen das Wasser in das Becken läuft. Hübsch. Oben auf der Säule sitzen vier Marktfrauen, oder besser gesagt Fischweiber, (sagte man wohl früher so), die ihre Waren anpreisen. Und endlich einmal werden die dargestellten Protagonisten nicht als Helden dargestellt, sondern so, wie sie wohl waren. In diesem Fall hart arbeitende und abgekämpfte Frauen, die hier versuchten den Fisch an "den Mann" zu bringen. Also, eigentlich doch irgendwie Helden. Helden des Alltags halt. Hübscher Brunnen, doch, gefällt mir.

Eine kleine, aber spannende Geschichte, die ich hinter diesem eher unscheinbaren Brunnen im ersten Moment so nicht erwartet hätte. Spannend unsere Stadt auf diese Weise neu kennenzulernen, oder? Also, haltet die Augen offen und bleibt neugierig.

Die Sucht des Träumers - "Kölschgänger"

Ja, tatsächlich, mein "Baby" ist schon ein Jahr alt. Kaum zu glauben. Eigentlich sitze ich am PC, um einen neuen Beitrag zu schreiben, der aber irgendwie nicht so richtig "rund" wird. Ich bin zu abgelenkt, das Jahr Kölschgänger zieht an mir vorbei und ich hänge meinen Gedanken und Erinnerungen nach.

Wie hat es eigentlich begonnen? Irgendwie war es eine Zeit der Veränderung. Ich war krankheitsbedingt "Hausmann", es erfüllte mich nicht gerade mit Zufriedenheit.

So "surfte" ich im Netz auf allen möglichen Seiten umher, fand einige Seiten schön, andere eher nicht und so ganz langsam reifte die Idee und der Wunsch, meine Stadt neu zu entdecken. Immer häufiger saß ich in der Ecke und träumte von der Idee, ein neues "Köln- Projekt" auf die Beine zu stellen. Und irgendwann bekam ich dann den Allerwertesten hoch und fing einfach an, meinen Traum in die Tat umzusetzen. 
Ich begann mich mit den Medien Pinterest, Instagram, Facebook und Twitter auseinander zu setzen. Ich hatte ja keine Ahnung, wie viel Arbeit da auf mich zu kam. Welche Kanäle sollen es sein? Erstmal alle und dann schauen welche für mich sinnvoll sind.

Ach ja, eine Homepage muss auch her.

Und so ganz nebenbei kam dann auch noch ein Buch mit 11 Spaziergängen durch unsere Stadt dazu. Alles in etwa drei Monaten.

Nach diversen Gehversuchen in alle möglichen Richtungen kristallisierte sich langsam heraus, wohin die Reise mit Kölschgänger geht. Beiträge über unsere Stadt sollen es sein. Die Sehenswürdigkeiten, sehr gerne die eher kleinen und fast vergessenen Dinge, die unsere Stadt so einzigartig machen, unscheinbar oft, aber mit einer schönen Tradition oder Geschichte dazu. Davon hat Köln mehr als genug und ich hatte den Traum, ein ganz klein wenig gegen das Vergessen dieser Plätze, Namen, Brunnen u.s.w beizutragen.

Doch bei allem guten Willen merkte ich schnell, dass dieser Traum alleine nicht durchführbar ist. Also müssen Mitstreiter herbei. Garnicht so einfach, wenn man niemanden kennt. Gott sei dank bin ich recht kommunikativ veranlagt und man sagt mir nach, dass ich recht überzeugend sein kann. (Gerüchten zufolge sagen mir die Leute zu, weil sie befürchten , "totgeschwätzt" zu werden).

So kamen auf recht unkonventionelle Art in diesem Jahr einige Mitstreiter zu Kölschgänger. Manche gingen recht schnell wieder, weil es irgendwie nicht passte, ihnen möchte ich an dieser Stelle danken. Jeder hat etwas zur Entwicklung beigetragen. Zwei "positiv Bekloppte" aber blieben. Michael und Ramona. Wie froh und dankbar ich dafür bin, kann ich gar nicht in Worte fassen. Deshalb ist Kölschgänger auch längst nicht mehr "mein Baby", sondern "unser Projekt".

In diesem Jahr haben wir einiges auf die Beine gestellt. Angefangen mit rund 200 Followern stehen wir jetzt bei über 5000 Followern. Jede Woche erscheinen im Schnitt drei Beiträge, mal historisches, mal persönliches, sogar Interviews mit Musikern und Künstlern anderer Sparten. Oder in unserer "Dom-Reihe" mit dem Kölner Dompropst und jetzt der ehemaligen Dombaumeisterin Frau Professor Dr. Schock-Werner. Darauf sind wir mächtig stolz.

Ach ja, seit ein paar Tagen haben wir sogar einen eigenen Shop.

Aber das schönste an diesem Projekt ist die Wertschätzung unserer Follower in den Kommentaren. Was wir da zurückbekommen, ist ein reichlicher Lohn für die Arbeit, die wir in dieses Projekt stecken. Das bedeutet mir viel und ich möchte mich hiermit einmal ganz herzlich fürs fleißige kommentieren bedanken.

Und so sitze ich also hier, denke an all dies, bin stolz auf das Erreichte und habe doch nur einen ganz kleinen Teil des Erlebten "angekratzt". Und der Traum ist noch lange nicht zu Ende. Wir haben noch so viele verrückte Ideen, lernen selbst so unglaublich viel und sind gespannt, wohin uns der "Kölschgänger-Weg" noch führt.

Dankeschön an alle Menschen, die an diesem Projekt teilhaben, es mit Leben füllen und damit dafür sorgen, dass die vielen schönen Dinge unserer Stadt nicht vergessen werden und die Sucht des Träumers weiterleben darf.

Euer Träumer Ronald

Die größte Eistüte der Welt?

Wer kennt sie nicht die Eistüte auf dem Dach der Neumarkt- Galerie. Fast könnte man meinen sie wäre ein Wahrzeichen von Köln. Informiert man sich im Internet oder in einem Buch, immer wird sie genannt. Manchmal habe ich mich darüber geärgert sie in einem Atemzug mit den alten Schätzen wie den Stadttoren oder unseren romanischen Kirchen genannt zu bekommen.

Jeder scheint die Eistüte zu kennen, was ja auf der einen Seite kein Wunder ist, findet man sie doch sehr Zentral am Neumarkt, noch dazu in luftiger Höhe und gut sichtbar, ist mit zwölf Metern Höhe und knapp 6 Metern Breite ja auch sehr groß für eine Eistüte. Eigentlich trägt die Skulptur den Namen „Dropped Cone“, aber ich sage der Einfachheit weiter „Eistüte“.

Aber wenn ich nachfrage kann mir kaum jemand etwas über sie erzählen. Sie gehört zum Stadtbild, aber das war es dann auch schon. Moderne Kunst sei es, wird mir gesagt. Manche Leute, meist jüngere halten sie sogar für einen Werbegag einer Eidiele. Na ja, um ehrlich zu sein, ich war mit meinem Latein auch sehr schnell am Ende. Also habe ich mich mal informiert und dabei ganz erstaunliche Dinge erfahren.

Satte drei Tonnen schwer ist sie. Eine Pop-Art Skulptur, vom Künstler Claes Oldenburg geschaffen und zur neu entstandenen Neumarkt-Galerie bereits 2001 von San Francisco nach Köln gebracht worden. Wie jetzt, so lange ziert dieses knatschbunte Teil bereits unser Stadtbild? Da hätte ich mich aber sauber verschätzt wenn mich jemand gefragt hätte seit wann sie da steht.

Dann erfahre ich den Preis. Drei Millionen Mark. Sauberer Preis für ein Eis. Vanille übrigens. Und wie viel Eis man für das Geld bekommt kann ich auch nicht sagen, denn es sind keine Eiskugeln sondern das süße etwas wurde nach alter Tradition aufgespachtelt, wahrscheinlich im doppelten Sinne. Angeblich soll die Spitze des Hörnchens an die Kölner Skyline erinnern, soll Oldenburgs Ehefrau und Kollegin gesagt haben. So sieht also unsere Kölner Skyline aus. Oha. Anhand von Postkarten habe man entdeckt dass Köln die Stadt der Kirchtürme sei, deshalb diese Spitze. Eigentlich sollten es sogar zwei Eistüten werden, wegen der beiden Domspitzen. Ja ne, is klar. Unterhaltsam war meine Recherche ja, das steht fest. Das die Tüte an unsere Skyline erinnern soll, ja, da wäre ich direkt als nächstes drauf gekommen. Ist klar. Hatte das schon vermutet, ehrlich.

Spaß beiseite. Hier am Neumarkt regiert der Konsum. Und für mich persönlich ist diese Eistüte eher eine Art Navi zu den Konsumtempeln der Neuzeit als ein Hinweis auf Dom und Kirchturmspitzen. Aber so ist das mit der Kunst. Der Künstler selbst sagte einmal: „Ich bin für eine Kunst, die ihre Formen aus dem Leben nimmt, die spuckt und tropft und süß ist und stupide wie das Leben selbst."

Mit diesen Worten möchte ich meine Recherche beenden. Egal wie man über die Eistüte denkt, sie sorgt jedenfalls für Aufmerksamkeit und Gesprächsstoff, auch heute noch. Ich bin jedenfalls sehr gespannt auf eure persönliche Meinung.

So, und jetzt gehe ich mir jetzt ein Eis kaufen. Bis die Tage, euer Ronald.

Der Taubenbrunnen

Dieser kleine und eher unscheinbare Brunnen befindet sich vor der Westseite der Domplatte und wurde 1950 vom Bildhauer Ewald Matare entworfen und 1953 aufgestellt. Wie der Name schon sagt, ist der Brunnen für die „Domtauben“ als Trinkgelegenheit konzipiert worden. Würde man heute vermutlich so nicht mehr machen, aber andere Zeiten - andere Brunnen.

Übrigens war es der erste neu gebaute Brunnen in unserer Stadt nach dem Krieg und wurde von der BfG gesponsert (16.730 DM), die natürlich auch für den Standort verantwortlich war. Nämlich vor ihrem im selben Jahr fertiggestellten Bankgebäude. Zufälle gibt’s (grins).Heute ist dort das Domforum beheimatet.

Der Brunnen, ein ovales 540x400 cm großes Mosaik besitzt einen spiralförmigen Wasserlauf. In die Mosaikumrandung wurde ein Becken eingelassen, in dessen Mitte sich der Wasserspender befindet. Der Wasserspender selbst sitzt auf einem kleinen Basaltblock. Von dort fließt das Wasser aus drei kleinen Tüllen in die Spirale. (Wenn es denn mal fließt)

Über etwas seltsame Riten der Künstler habe ich ja vor kurzem in meinem Beitrag „Ruhender Verkehr“ bereits berichtet, das laufende Autoradio, während das Auto einbetoniert wurde, ihr erinnert euch sicher. Hier hatte man eine andere, aber nicht weniger skuril-spaßige Idee. Bei der Grundsteinlegung, das allein ist bei der Größe des Brunnens schon ein Spaß für sich, wurde eine sogenannte „unbekannte Taube“ aus Marzipan im Grundboden vergraben. Welch außergewöhnliche Idee.

Aber es kommt noch besser. 
Bei der Einweihung, die scheinbar einem kleinen Volksfest glich, denn vom Bürgermeister angefangen war wohl erschienen, was Rang und Namen hatte, sprach der Erschaffer des Brunnens von „einer reizenden kleinen frohgemuten Angelegenheit“. 
Man gab sich den wunderbaren Riten einer Einweihung hin, so wurde eine Urkunde gar feierlich von allen Anwesenden unterzeichnet und noch feierlicher versenkt, der Künstler hielt eine Rede, in der den in den Türmen des Domes nistenden Tauben gedacht und gehuldigt wurde, auf das sie nie mehr Durst leiden mögen ...oder so ähnlich, jedenfalls sehr feierlich. Ach ja, fast hätte ich es vergessen, zur Freude aller wurde noch die erste Strophe von La Paloma geschmettert, dann, als wahrscheinlich schon niemand mehr damit gerechnet hat, wurde die Hülle vom Boden entfernt und es hieß „Wasser Marsch“, oder eher doch nicht, denn das kostbare Taubengesöff kam in drei kleinen Strahlen daher und füllte das Becken mit dem kostbaren Nass. 
Dieses nahm nun anmutig seinen Weg durch die Spirale in der Schale und die Begeisterung kannte kein Halten mehr. Nach Ende dieses Schauspiels schmetterte man noch die fehlenden zwei Strophen von La Paloma, eine Flasche Steinhäger wurde feierlich geleert (nein, nicht in den Brunnen gekippt), denn so eine Einweihung macht durstig. Danach ging man stolz und zufrieden auseinander.
Was für eine würdige Einweihung, oder?

Ach ja, Tauben waren bei der Einweihung leider keine erschienen. Schade eigentlich.

Mein Glaspalast - Unser HBF

Tausendmal habe ich dich mittlerweile besucht. Schon früher als Jugendlicher hast du mich magisch angezogen. Oben am Bahnsteig sitzen und diese unglaubliche Stimmung aufnehmen. Die Menschen, hektisch, immer in Eile, die verschiedenen Sprachen, das hat mich fasziniert. Manchmal, wenn an beiden Gleisen Züge standen kamst du mir gar nicht mehr so groß vor. Dann ging der Blick nach oben, hin zu deinem nicht enden wollenden Dach. 
Dann all diese verschiedenen Züge, aufregend war es. Damals warst du noch nicht so modern, eher schmutzig und ein wenig verrucht. Der Ausgang Breslauer Platz war für mich irgendwie auch eine kleine Mutprobe. Jedenfalls habe ich es so in Erinnerung.

Unten gab es einen Stand der Milchshakes verkaufte, das war immer ein Genuss wenn ich es mir leisten konnte. Ja, unfassbar heute, aber so ein Milchshake war für mich etwas besonderes und ein absolutes Highlight. Schöne Zeiten. Wehmut kommt auf.

Für viele Menschen bist du einfach ein Umsteigepunkt, für mich warst und bist du mit dem Dom und der Hohenzollernbrücke das Tor in die Welt. Ausgangspunkt für unzählige Erlebnisse die sich tief in mein Herz gegraben haben und ein wichtiges Stück Heimat für mich sind.

Was mir damals schon imponiert hat war dein Dach. Riesig kam es mir vor und auch heute bewundere ich diese Konstruktion jedesmal. Schon von außen sieht es toll aus, aber von den Bahnsteigen aus ist dieses Dach einfach unglaublich schön und imposant.

Im September 1957 wurde das neue Empfangsgebäude eröffnet. Die Glasfassade zum Bahnhofsvorplatz und die schalenförmige Dachkonstruktion machen schon schwer was her. Auch im inneren hast du dich schwer verändert, schön bist du geworden. Wer dich noch von früher kennt wird mir sicher Recht geben. Aber ich vermisse meine Erdbeershakes. Wie konntest du nur zulassen dass die Bude weg kam?

Aber egal ob die Halle heute eine kleine Einkaufsstadt beherbergt oder der Vorplatz heute aufgeräumt daher kommt. Ich mag dich. Übrigens vermisse ich auch die wunderbaren Reibekuchen die es hier früher gab, wollte ich nur mal erwähnen, noch heute habe ich den Geruch in der Nase wenn ich den Vorplatz betrete.

Aber mein Eyecatcher ist und bleibt das Dach.

Wunderschön kommt es daher. Was für eine Riesenfläche. Und sauber ist es mittlerweile. Ein Reinigungsroboter sorgt jetzt dafür. Lange hat es gedauert bis man eine Lösung zur Reinigung des Daches gefunden hat. Jetzt mit dem „Hycleaner“ scheint es zu funktionieren. 
80 kg soll die Maschine wiegen, Akkubetrieben soll der Roboter sein und bis zu 6 Liter Wasser verbraucht er pro Minute. Damit die Wasserzufuhr gesichert ist, sind auf dem Dach satte 600 Meter Schlauch verteilt.

Und so betrete ich auch heute sehr gerne diesen Glaspalast, denn durch meine Erinnerungen ist er das für mich und wird es immer bleiben. Das Dach dürfte heute etwas anders sein, aber immer noch wunderschön. 
Und wenn ich dann mal wieder oben auf dem Bahnsteig sitze, all diese oben genannten Sachen in mich aufnehme, manchmal abschweife und anfange zu träumen, dann sehe ich den jugendlichen Ronald hier sitzen. 
Mit einem Erdbeershake und der Gewissheit dass es für immer mein Mittelpunkt der Erde sein wird. Dieser Bahnhof mit seinem wunderschönen Dach. Ich mag dich.

Die Menschen müssten dich mal mit meinen Augen sehen. Sie würden mich verstehen.

Severin

…ich wache über euch, ich der heilige Severin, der dritte Bischof von Köln.

Warum ich so aufgebracht bin, wollt ihr wissen? Lasst euch erzählen, wie es dazu kam. Also, vor kurzem habe ich an einer Stadtführung teilgenommen. Ok, nicht wirklich teilgenommen, die Leute kamen zu mir, wie es sich ja auch gehört. Ich stehe oberhalb der Severinsbrücke, passe auf meine Südstadt auf, wie jeden Tag. Jedenfalls kam plötzlich ein Grüppchen anmarschiert, die waren drüben beim Berbuer, passiert ja schon mal, wir werden halt verehrt in unserer Stadt und die Menschen kommen uns besuchen.
Die Leute stellen sich um mich herum auf, ich gewähre ein paar Fotos und gut. So läuft es eigentlich immer ab. Doch heute hörte ich die Stadtführerin auf einmal etwas von Legende erzählen. Und kann nicht so gewesen sein und so. Unverschämtheit. Natürlich war alles so, wie es über mich erzählt wird. Ich muss es ja wissen, war schließlich dabei.

Es war ein Sonntag, ich erinnere mich genau. Wir, eine Gruppe von Klerikern, waren nach der Messe auf dem Weg zu unseren heiligen Stätten, so wie jeden Sonntag. Plötzlich vernahm ich Stimmen. Es war ein Engelschor, der da sang. Doch als ich in die Gesichter der anderen schaute, war mir eines schnell klar, außer mir hörte niemand den Engelsgesang. So wussten wir, dass ich ein Zeichen erhalten hatte. Also erklärte ich meinen Mitbrüdern, was ich vernommen hatte. Unser Herr, der Bischof Martin war von dieser Welt gegangen. Die Engel sangen und geleiteten ihn mit ihrem Gesang in die Höhe.

Was war passiert? Nun, der heilige Martin war an diesem Tage, dem 8. November 397 in Tours, also weit weg von hier gestorben und ich habe zeitgleich in Köln die Engel gehört und den Tod des heiligen Martin verkündet. Lasst euch also nichts anderes erzählen.

Und wenn ich gerade dabei bin, das Vringsveedel hat nichts mit Kardinal Frings zu tun, sondern mit mir. SEVERINSVIERTEL: Severin. Merkt ihr was? Nur, damit das auch mal geklärt ist.

Bis heute bin ich bin der Schutzpatron dieser Stadt und der Weber, werde bei anhaltender Trockenheit für Regen angerufen. Das ist aber eine andere Geschichte, erzähle ich euch auch demnächst mal.

Leider werde ich nicht mehr so oft angerufen, moderne Zeiten halt. Auch eine Bauernregel über mich gibt es. „Wenn's Severin gefällt, so bringt er mit die erste Kält“ (23. Oktober)

So, und wenn ihr das nächste mal über die Severinsbrücke rollt oder durch die Südstadt spaziert, dann schadet es nichts, wenn ihr kurz zu mir schaut und mich grüßt, schließlich bin ich euer Stadtpatron.

...ich wache über euch...

Der Helenenturm

Wenn von der römischen Stadtmauer die Rede ist, wird immer der Römerturm an der Zeughausstraße genannt, er ist ja auch schön. Ich möchte heute aber auf einen anderen Turm aufmerksam machen, der mitten in der City steht, als Ruine, zugegeben, aber trotzdem schön und es lohnt sich, mal einige Augenblicke stehen zu bleiben und ihn zu betrachten, denn auch er ist ein altes Stück Geschichte aus der Römerzeit.

Vom Römerturm nur 120 Meter entfernt, an der Straßenecke Helenenstraße und St.-Apern-Straße, steht die Ruine. Gut erhalten von dem Turm ist nur die westliche Hälfte, wobei wohl nur der untere Teil noch aus römischer Zeit stammt.

Der Helenenturm war ein 10 Meter hoher Halbturm. Als Wehrturm angelegt, schloss er an den in südwestlicher Richtung liegenden Römerturm an und war Teil der römischen Stadtmauer und wurde erst zum Ende des 19. Jahrhunderts wiederentdeckt und freigelegt.
Zwischendurch gehörte er wahrscheinlich, wie auch der Römerturm, zum Gebäudekomplex des 1802 aufgelösten Klarissenklosters.

Eine Bank stiftete zu ihrem 300-jährigen Bestehen Bäume für die Grünanlage und mit Hilfe der Stiftung "Kölner Grün" sowie dem Grünflächenamt der Stadt konnte die Sanierung des Areals finanziert werden, denn bis zum Ende der 50er Jahre war das Gelände ein Trümmergrundstück. In den 60ern wurde der westliche Bereich wenigstens mit Rasen und einigen Bäumen etwas ansehnlicher gestaltet. Im Herbst 2012 wurde die Fläche klarer strukturiert. So wurde der Boden am Turm mit Natursteinen eingefasst, um den Wildbewuchs des Turmes eindämmen zu können. Seitdem ist die Fläche im Turm geschlossen.

Es lohnt sich, mal einen Spaziergang dorthin zu unternehmen. Er ist gut zu erreichen und viele Cafes in der Nähe laden hinterher zum Besuch ein. Ich wünsche euch viel Spaß dabei.

Der Frauenbrunnen

Mitten in der City, im Innenhof des Farina-Hauses finde ich ihn, den Frauenbrunnen. Wer nicht gezielt nach ihm sucht, wird ihn nicht finden. Man ist schnell daran vorbei gelaufen und hat den Innenhof übersehen. Ich habe es aber gefunden und das ist gut, denn sonst wäre dieser Beitrag hier zu Ende. Nein, Blödsinn, natürlich kenne ich dieses hübsche Kleinod.

Hier in diesem Hof vergesse ich jedesmal, dass ich mitten in der Stadt bin. Totale Ruhe, viel Grün und mittendrin dieser hübsche Brunnen. Bunt kommt er daher, ungewöhnlich. Ein kleiner angenehm niedriger Zaun umfasst den säulenartigen Brunnen. Der Zaun wirkt nicht störend, trotzdem wäre es ohne ihn schöner. Jetzt, wo ich direkt vor dem Brunnen stehe, kommen mir die Farben nicht mehr ganz so bunt vor, wie eben noch aus größerer Entfernung. Vielleicht bilde ich mir das aber auch nur ein. Erschaffen wurde die Skulpturensäule von der Bildhauerin Anneliese Langenbach. Meine Recherche ergab, dass die Bildhauerin sich die Frage gestellt hat "Was trugen die Frauen in den entsprechenden Epochen". Dies hat sie dann in die Skulpur mit einfließen lassen.

Nun schaue ich mir den Brunnen genauer an, denn im Gegensatz zu vielen eher langweilig anmutenden Brunnen gibt es hier eine ganze Menge zu entdecken, wenn man bereit ist, ihn auf sich wirken zu lassen und ihn in aller Ruhe umrundet, am besten mehrmals.

Den unteren Bereich des Brunnens bildet eine Säule, auf der nur Schilder mit Jahreszahlen angebracht sind. Auf diesen stehen die Namen der jeweils darüber stehenden Frauen. Allesamt in den üblichen Gewändern ihrer Epoche gekleidet, ergibt sich so ein schönes Bild. Über den Damen steht der Titel des Brunnens "Die Kölner Frauen im Wandel der Zeit", das Ganze von Blumen umschmückt. Doch welche Damen sind hier eigentlich dargestellt? Hier die Damen im Zeitraffer.

Natürlich beginnt es wie in unserer Stadtgeschichte im 1. Jahrhundert mit der Ubierin, daneben dann die Römerin. Mit dem Ende der römischen Herrschaft kamen die Franken und mit ihr die Christianisierung. Daneben dann die heilige Ursula,die Schutzpatronin Kölns und sicher die bekannteste Jungfrau, die ja vom Hunnenkönig Attila höchstselbst niedergemetzelt wurde. Nun folgt eine Frau in der typischen Kleidung des 14. Jahrhunderts.

Die nächste Frau steht für das Jahr 1424. Sie stellt eine Jüdin dar, denn in dieser Zeit wurden die Juden aus der Stadt vertrieben. Es folgt eine Niederländerin, denn um 1600 kamen viele Protestanten, die in ihrer Heimat verfolgt wurden, nach Köln. Zu dieser Zeit war Köln konfessionsoffen. Nun, wir sind im 18./19. Jahrhundert angekommen, folgt eine Italienerin, und damit wird der Bezug zu diesem Ort hergestellt, denn Farina ließ sich zu dieser Zeit hier an diesem Ort nieder und baute hier seine "Fabrik" und produzierte sein Kölnisch Wasser. Das Farina-Haus vorn ist übrigens wirklich einen Besuch wert. Nun gehts ins Jahr 1832, die nächste Dame ist sehr preussisch gekleidet. Die letzte Dame zeigt das Jahr 1987 und ist zeitgenössisch gekleidet und wir sind damit einmal rum um den Brunnen.

Hübsch ist er und ich kann euch nur empfehlen ihn einmal zu besuchen. Am besten in Verbindung mit dem Farina-Haus.

Heinzelmännchen sein....

Früher, ja früher war alles besser hier in Köln. Wir hatten die Heinzelmännchen, eine bunte Schar verrückter kleiner Kerle. Wie kleine Gartenzwerge sahen sie aus. Kleinwüchsig, im allgemeinen mit einem kleinen Bäuchlein, großem, langem Bart und natürlich mit der obligatorischen Zipfelmütze. Unsichtbar konnten sie sein, wenn sie wollten, das war ihr größter Vorteil. 
Die Heinzels, wie ich sie nenne, sind angeblich damals abgehauen, ihr alle kennt die Geschichte. Aber so ganz stimmt das nicht.

Ab und zu kommen sie uns besuchen und helfen uns ein wenig. Beim FC schauen sie schon mal vorbei und sorgen mit ihren kleinen Tricks für die richtigen Ergebnisse. Letztes Jahr haben wir doch oft genug im Stadion gesessen und uns verwundert die Augen gerieben. Zu schön haben wir gespielt, oft ist der Ball auf wundersame Weise im gegnerischen Tor gelandet. Warum wohl? Vielleicht würde dieses Jahr mal ein Flashmob am Brunnen helfen. Oder der Rosenmontagszug vorletztes Jahr. In D-dorf ging nichts, wir dagegen haben gefeiert. Warum wohl?

Richtig, weil wir unsere kleinen fleißigen Helfer haben, die immer noch ein großes Herz für uns und unsere Stadt haben und uns helfen. Denn sie lieben unsere Stadt und auch euch. Nur schauen die meisten Leute nicht mehr genau genug hin oder glauben nicht mehr an sie, das ist schade und macht sie sehr traurig. Aber wir alle können das ändern.

Endteckt sie wieder, glaubt an sie und zeigt es ihnen. Mitten in der Stadt steht der Heinzelmännchen-Brunnen. Besucht ihn, dort seid ihr ihnen ganz nah. Bedankt euch, sprecht mit ihnen dort am Brunnen, sie hören euch, und wenn sie merken, dass ihr an sie glaubt, dann, ja dann sind sie gerne wieder bei euch.

Besonders Kinder mögen sie, und vielleicht verkleidet sich ja der eine oder andere kleine Racker zu Karneval als Heinzelmännchen. 
Das sehen die Heinzelmännchen besonders gerne, dann begleiten sie euch, sind an eurer Seite und helfen euch bestimmt beim Einsammeln der Kamelle. Oder sorgen dafür, dass die eine oder andere besondere Leckerei "zufällig" vor eure Füße fällt.

Also liebe Eltern, erzählt euren Kindern die Geschichte der Heinzelmännchen, am besten direkt vor dem Brunnen. Die Heinzels warten schon auf euch.

Kölle Alaaf....euer Ronald.

Der Bierbrunnen

Mitten im Zentrum der Kölner Innenstadt, in direkter Umgebung des Kaufhof auf der Schildergasse steht er, der Bierbrunnen.
Fast jeder ist schon zig mal an ihm vorbei gelaufen, wahrscheinlich ohne ihn zu beachten, denn in diesem Bereich der City dreht sich ja alles um das Shoppen. Auch ist der Brunnen zwar nicht zu übersehen, aber besonders aufsehenerregend ist er trotzdem nicht, finde ich jedenfalls.
Ab und zu setzt sich jemand auf einen der elf umliegenden Steine, um auszuruhen oder sein Fast Food gemütlicher verzehren zu können. Doch lasst euch die Geschichte hinter diesem Brunnen erzählen, sie ist recht amüsant.

Wir stehen (oder sitzen) vor einer hoch aufragenden Granitsäule, leicht gebogen und ab und an fließt sogar Wasser an ihr herunter. Warum steht dieses Teil hier? Nun, Irgendwann zum Ende der 60er Jahre wurde dieser Bereich hier zur Fußgängerzone umgestaltet. Jetzt war auf einmal Platz da und der musste sinnvoll gefüllt werden. Gleichzeitig stellten viele Künstler unglaublich schöne Brunnen her, diese mussten ja irgendwo hin. Warum man dann ausgerechnet hier keinen der hübschen Brunnen ge..., lassen wir das. War Spaß. Zurück zur Geschichte des Brunnens.

Es wurde damals ein Wettbewerb an der Fachhochschule Köln ausgerufen und die Jury entschied sich für den Entwurf des Künstlers Harald Frehen. Die Finanzierung übernahm die Firma Harzheim.
Die hier am 6.5.1972 eingeweihte Brunnenanlage war für eine alljährliche Veranstaltung gedacht, dem "Bierzapfen". Es sollte einmal im Jahr kurzzeitig Bier an diesem Brunnen gezapft werden können.

Den für die Passanten verblüffenden Ausschank am Brunnen ermöglichte eine unterirdisch verlegte Zuleitung, die zu einem in einer Nebenstraße parkenden Bierwagen führte. Raffiniert gemacht, oder?.
Leider war diese Veranstaltung nur von kurzer Dauer. Schade wird sich jetzt manch einer denken, aber stellt euch das mal heute vor.

So, das waren einige Fakten zum Kölner Bierbrunnen, und wenn ihr nächstes mal hier am Brunnen vorbei kommt werdet ihr an diese kleine Story denken und automatisch Durst auf ein süffiges Kölsch bekommen. Wetten?

Mir geht es jedenfalls gerade so, ich wünsche euch noch eine gute Zeit, bis die Tage.

"Ruhender Verkehr"- Kunst oder kann das weg?

Ich stehe am Hohenzollern-Ring, einem Teilstück des inneren Ringes. Der Verkehr rollt unablässig hier auf Höhe der Flandrischen Straße, unweit des Rudolfplatzes. Und beim überqueren der Straße sehe ich diesen Betonklotz auf dem Mittelstreifen. Schön finde ich ihn nicht, aber immer wieder fällt mein Blick auf dieses Teil. Und ich frage mich jedesmal, warum das Ding da steht. Mir ist bekannt, dass es sich um die Plastik „Ruhender Verkehr“ handelt, aber das ist es dann auch schon.

Ruhender Verkehr, damit meine ich nicht "Stau", obwohl es ja wunderbar passen würde und fast schon poetisch klingt. Gemeint ist dieser Betonklotz, grob als Auto zu erkennen. Kunst.

Die Geschichte dahinter ist allerdings deutlich spannender, als dieses seltsame Vehikel erahnen lässt und viele werden die Geschichte dieses Kunstwerks nicht kennen und sich schon mal gefragt haben: „Was ist das, und vor allem, warum?“ 
Ich habe mal versucht, mich schlau zu machen und möchte euch jetzt die Story zu diesem Kunstwerk erzählen, jedenfalls so weit ich es in Erfahrung bringen konnte.

Satte 15 Tonnen wiegt die Plastik, die seit 1989 auf dem Mittelstreifen des Hohenzollernrings steht. Wo sie – entgegen der ursprünglichen Intention – keinen Parkplatz mehr belegt. Soweit mir bekannt ist, soll Wolf Vostell einen Alptraum gehabt haben. In diesem stand er wohl mit seinem Auto im Stau und wurde binnen Sekunden plötzlich einfach einbetoniert. Um diesem Alptraum zuvorzukommen, hat er dies dann lieber selbst erledigt. Das habe ich während meiner Recherche gelesen, ob es stimmt, kann ich hier leider nicht bestätigen, wenn ich mir aber die ganze Aktion betrachte, erscheint es mir plausibel (grins).

Der Künstler Wolf Vostell ließ seinen Opel Kapitän L, Baujahr 64 mit dem Kennzeichen K-HM 175 in Beton gießen. Angeblich lief sogar das Autoradio währenddessen. Warum auch immer. Sogar einige Zeitungen des Tages wurden als Dokumente mit eingemauert. Irgendwie eine „Jecke Aktion“.

Aber der Reihe nach. Zuerst wurde die Erstellung dieser Plastik von Vostell in Interviews angekündigt, trommeln gehört zum Handwerk. Dann ging es los. In der Zeit zwischen dem 2. und 13. Oktober 1969 wurde zuerst eine Bodenplatte gegossen. Auf diese Bodenplatte wurde dann das besagte Fahrzeug gestellt, mit Holz beschalt und mit Stahl bewehrt. Danach erfolgte der zweite Betonguss unter Berücksichtigung des oben genannten „Rituals“. Zuletzt wurde die Schalung wieder entfernt und als Sahnehäubchen eine Parkuhr neben dem „Betonwagen“ aufgestellt.

Dä. Aber das Ding stand damals nicht auf dem Ring, sondern „wanderte“ wohl ein wenig umher. So stand die Karre angeblich unter anderem vor dem Musée d’art moderne de la Ville de Paris (1974–1975) und vor der Berliner Neuen Nationalgalerie. Bis zu ihrem Umzug auf den Hohenzollernring parkte sie dann vor der ehemaligen Kölner Kunsthalle am Josef-Haubrich-Hof.

Am 17. März 1993 brachte der „Bananensprayer“ Thomas Baumgärtel auf der Plastik auf dunkelblauen Untergrund hunderte seiner Sprühbananen auf, wodurch seiner Auffassung nach ein „Doppelkunstwerk“ entstand. Nach Protesten Vostells wurden die Bananen nach einiger Zeit wieder entfernt, dies aber nur am Rande.

Einen Hinweis auf den Künstler, oder den Versuch einer Erklärung sucht man in der direkten Umgebung allerdings vergeblich. Auch parkt das Auto da meiner Meinung nach im absoluten Halteverbot. Aber wie sollen die Ordnungshüter einen Strafzettel verteilen, so ganz ohne Informationen. Nicht mal ein Nummernschild ist dran an der Karre. Und auch kein Scheibenwischer, also wo anbringen das Knöllchen. Schwere Zeiten für Ordnungshüter.

Es soll früher heftige Diskussionen um das Kunstwerk gegeben haben. Aha, denke ich mir, also ein echter „Streitwagen“ in unserer alten Römerstadt. Die habe ich mir irgendwie ganz anders vorgestellt. Dieser und noch ein paar andere flache Witze gehen mir durch den Kopf.

So stehe ich hier, betrachte das ganze und am Ende frage ich mich: „Ist das jetzt Kunst oder kann das weg?“

Was meint ihr?

Bleibt entspannt und betrachtet die Welt ruhig mal etwas "schräg". Ich spaziere derweil weiter durch unsere Stadt, immer Ideen für neue Kölschgänger-Beiträge suchend. Fast schon eine Sucht. Die Sucht der Träumer.

Der innere Straßenring um das linksrheinische Köln

Oder wie allgemein genannt "der Ring". Dies bedeutet einen Spaziergang von etwa 7,5 km. Und genau diesem Ring möchte ich heute einmal folgen. Um 1170 als etwa 10 Meter breiter Graben, zum Schutz der Stadt gezogen, wurde hier etwa 100 Jahre später die Stadtmauer angelegt. Um 1880 dann wurde die Stadtmauer fast komplett abgetragen und es entstanden prächtige Boulevards und Alleen. Dies war die Geburtsstunde der Kölner Ringe.

Ist eigentlich jemand hier, der es schafft, die Straßennamen alle in der richtigen Reihenfolge aufzuzählen? Gar nicht so einfach, sage ich euch, mir ist es nicht gelungen. Die Namen folgen einem klaren Muster, dem der deutschen Geschichte.

Mein Spaziergang beginnt am Ubierring, dem südlichsten Abschnitt. 822 Meter lang verläuft er vom Rheinufer bis zum Chlodwigplatz entlang der Kölner Südstadt. Der Chlodwigplatz wurde übrigens nach dem Merowinger Chlodwig I. benannt. Nun kommt der Karolingerring, nach dem fränkischen Herrschergeschlecht der Karolinger benannt wurde. Das vergleichsweise kurze Stück des Karolingerrings ist durch einen relativ schmalen Querschnitt geprägt. An der Brunostraße verbreitert sich der Ring hin zum Sachsenring, benannt nach den Sachsenkaisern. Hier kommen wir auch an der Ulrepforte und einem etwa 90 Meter langen Stück der Stadtmauer vorbei. Nun wird der Ring zum Salierring. Der bekannteste Salier war Heinrich IV. Nach wenigen Minuten Gehzeit erreichen wir den Barbarossaplatz, nach dem Staufenkaiser Friedrich I. benannt. Als Platz möchte ich dieses Chaos eigentlich gar nicht bezeichnen. Ich finde ihn einfach nur furchtbar.

Verlassen wir nun den Barbarossaplatz und folgen dem Ring weiter, der jetzt zum Hohenstaufenring wird. 
Dieser verläuft über den kleinen Zülpicher Platz bis zur Schaafenstraße, an deren Ende sich bis zum Jahr 1882 das Schaafentor befand. Der Hohenstaufenring wurde nach einer bedeutenden deutschen Herrscherfamilie benannt, den Hohenstaufen, einem schwäbischen Adelsgeschlecht. Nach einer Weile wird er automatisch zum Habsburgerring, einem kurzen Teilstück. Auch hier handelt es sich um ein altes Fürstengeschlecht. Wenige Meter später erreichen wir den Rudolfplatz, benannt nach dem Herrscher und ab 1273 sogar König, Rudolf von Habsburg, dem bedeutendsten Habsburger. Er ist der Namenspatron dieses Platzes, der von der Hahnentorburg, eine der mittelalterlichen Torburgen Kölns, geprägt wird. Durch dieses Tor betraten die in Aachen gekrönten Kaiser über die Aachener Straße die Stadt. Folgen wir weiter dem Ring, jetzt Hohenzollernring. Er steht für 103 Jahre Herrschaft der Hohenzollern in unserer Stadt. Könige und Kaiser gingen aus diesem Adelsgeschlecht hervor.

Der Friesenplatz ist der nächste Platz am Ring. Den Namen kann man leider nicht mit Garantie erklären. Vermutlich war in diesem Abschnitt das Quartier der friesischen Händler. Das nun folgende Teilstück, der Kaiser-Wilhelm-Ring, am 4. Mai 1882 nach Wilhelm I. benannt, dem ersten Deutschen Kaiser nach der Bismarckschen Reichseinigung, ist mit Bäumen und Brunnenanlagen ausgestattet. Ein herrliches Teilstück, das mir eine kleine Vorstellung davon gibt, wie prachtvoll der Ring einmal war.

Als nächstes kommen wir zum Hansaring. Hier sticht natürlich sofort das Hansahochhaus ins Auge. Das Hansahochhaus war eines der ersten Hochhäuser Deutschlands und steht unter Denkmalschutz. Als erstes Hochhaus Kölns war es mit einer Höhe von 65 Metern zum Zeitpunkt der Fertigstellung für kurze Zeit das höchste Haus Europas. Hier im Hansahochhaus, genauer im "Saturn" beginnt meine persönliche Beziehung zu den Ringen, die wohl für immer in meinem Herzen bleibt. Wie oft war es meine Anlaufstelle als Jugendlicher. In der damaligen "Uniform", dem Parker, gekleidet, wurde der Saturn regelmäßig geentert, um Musik zu hören oder/und sich die neuesten Plattencover anzusehen. Als ewig "klammer" Jugendlicher mein kleines Paradies. Nie werde ich diese wunderbare Atmosphäre hier zwischen unzähligen Schallplatten und Kopfhörern vergessen. Traumhaft.

Der Hansaring steht allerdings nicht für das Hansahochhaus, obwohl man das auf den ersten Blick meinen könnte, sondern für die Hanse, denn Köln war lange Zeit Hansestadt und sogar Gründungsmitglied der Hanse. Die Farben rot – weiß im Stadtwappen weisen übrigens auch darauf hin. Auf diesem Teilstück kommen wir auch am Hansaplatz vorbei, einer Grünanlage an der südöstlichen Seite des Hansaringes, die durch einen 113 Meter langen Rest der mittelalterlichen Stadtmauer mit der Gereonsmühle begrenzt wird.

Nun nähern wir uns dem Ebertplatz, in letzter Zeit ja Mittelpunkt aller möglichen Diskussionen. Der Ebertplatz wurde früher öfter mal umgetauft, so hieß er mal Deutscher Platz, Platz der Republik oder auch Adolf-Hitler-Platz. Heute heisst er wieder Ebertplatz, benannt nach dem ersten Reichspräsidenten der Weimarer Republik.

Das letzte Teilstück dieser Ringstraße ist der Theodor–Heuss–Ring. Der 1963 nach dem ersten Bundespräsidenten Theodor Heuss benannte Ringteil (früher Deutscher Ring) endet am Rhein gegenüber der Bastei. Auch dieser Teil ist mit einem extra breiten mittigen Grünzug versehen. Dieser Grünzug entstand auf dem Areal des 1810 bis 1813 gebauten Sicherheitshafens, der vom Eigelstein bis zum Rhein reichte. Hier endet mein Spaziergang für heute.

Sicher, es war nicht gerade ein Spaziergang, der Ruhe und Erholung verspricht, aber trotzdem sehr spannend und aufschlussreich. Im täglichen Alltagstrott macht man sich über Namen und Geschichte keine Gedanken, und ich konnte heute auch nur ganz kurze Erklärungen abgeben. Aber vielleicht hat dieser Spaziergang ein wenig neugierig gemacht, doch ein wenig tiefer in die Geschichte einzutauchen. Ich werde sicherlich den einen oder anderen Namen nachlesen. Und ihr?

Der John Lennon - Circle im Friedenspark

Hallo ihr Lieben. Weihnachten steht unmittelbar vor der Tür. Zeit zur Ruhe zu kommen nach der Hektik der Vorweihnachtszeit. Vielleicht mit ein paar Spaziergängen?
Der Friedenspark in der Südstadt bietet sich an, und genau hier am Fort gibt es einen kleinen Platz der schön zum Thema Frieden passt.
Das "John Lennon"-Denkmal. Wer kennt nicht seine Friedenshymne "Imagine". Jeder, oder? Aber nur die wenigsten außerhalb der Südstadt kennen dieses runde Mosaik mit der „Imagine“ Aufschrift. Deshalb möchte ich es heute einmal kurz vorstellen.

Leicht versteckt am Fort ist es zu finden. Ein rundes Mosaik, nachempfunden dem Original im Central Park in New York. Unscheinbar und leicht zu übersehen. Leider auch nicht sonderlich gut gepflegt, so haben die Schilder schon arg gelitten und die ganze Ecke wirkt auch nicht sehr einladend. Zu manchen Zeiten ist es eher ein Müllplatz, traurig aber wahr.

Und dennoch lohnt sich ein kleiner Schwenk dorthin, beispielsweise bei einem Spaziergang durch den Rheinauhafen, der ja nicht weit entfernt ist. Denn hier geht es eher um die Geste, das nicht vergessen, einen Moment innehalten und darüber nachdenken. Und das mit einem schönen Spaziergang verbunden, ist in diesen Tagen nicht die schlechteste Idee.

Aber nun noch einige Fakten zum „Imagine Circle“. Im Dezember 2012 wurde im Kölner Friedenspark am Oberländer Wall der als Mosaik gepflasterte "Imagine Circle" eingeweiht. Der Circle besteht aus einer Steinplatte von vier Metern Durchmesser, mit Basaltsteinen gepflastert, in der Mitte ist der Schriftzug „Imagine“ zu lesen. Für den Schriftzug wurde italienischer Carrara-Marmor verwendet. Außerdem waren die Pflastersteine „Reste“ von anderen Projekten und damit kostete diese Aktion fast kein Geld.

Später dann wurden zwei Gedenktafeln am "Imagine Circle" angebracht. Die eine ist allein John Lennon gewidmet, die andere ist mit der Inschrift des Songtextes "Imagine" versehen.

Übrigens konnte dieses Projekt innerhalb eines Jahres realisiert werden. In Köln!!!!

Kardinal Frings - "Der rheinische Kardinal"

Josef Frings empfing am 10. August 1910 in Köln durch Weihbischof Joseph Müller das Sakrament der Priesterweihe. Er war zunächst bis 1913 als Kaplan in Köln-Zollstock tätig. Von 1915 bis 1922 war er Pfarrer der katholischen Pfarrgemeinde St. Marien in Köln-Fühlingen und von 1924 bis 1937 Pfarrer an St. Joseph in Köln-Braunsfeld.

Das Amt des Erzbischofs von Köln, in das er am 1. Mai 1942 überraschend berufen wurde, bekleidete Josef Frings von 1942 bis 1969. Sein Wappenspruch lautete: Pro hominibus constitutus (lat.: „Für die Menschen bestellt“). 
1958 war er Initiator und Mitbegründer des Hilfswerks Misereor. Auch das Hilfswerk Adveniat geht 1961 auf seine öffentliche Anregung zurück.
Im Jahre 1967 wurde er zum Ehrenbürger der Stadt Köln ernannt.

Berühmt wurde Kardinal Frings durch seine Silvesterpredigt, die er am 31.12.1946 in der Kirche St. Engelbert in Köln - Riehl hielt. Zu dieser Zeit war die Versorgungslage in der Domstadt katastrophal und die durchfahrenden Kohlenzüge wurden regelmäßig geplündert. In seiner Predigt sagte er folgenden Satz, der in die Geschichte eingehen sollte:

„Wir leben in Zeiten, da in der Not auch der Einzelne das wird nehmen dürfen, was er zur Erhaltung seines Lebens und seiner Gesundheit notwendig hat, wenn er es auf andere Weise, durch seine Arbeit oder durch Bitten, nicht erlangen kann.“

Damit war für das "Beschaffen" von Lebensmitteln und Heizmitteln für den Eigenbedarf in größter Not durch Stehlen oder Unterschlagen ein Wort geboren, das man hier im Rheinland bis heute kennt, das

"fringsen".

Die große Popularität des stets in rheinischer Dialektfärbung sprechenden Kardinals schlug sich in zahlreichen Anekdoten nieder. Beispiele gefällig?

Zusammen mit dem Bischof von Münster, Graf von Galen, reiste Frings im Winter 1946 nach Rom zur Kardinalserhebung. Das englische Militärflugzeug konnte wegen widrigen Wetters nicht starten, deshalb wurden sie zunächst von britischen Soldaten im Auto gefahren, bevor es dann mit dem Zug weiterging. Nachdem man mehrfach im Schlamm der schlechten Straßen steckengeblieben war, zwischendurch im Auto übernachtet hatte und dann der geplante Zug ab Karlsruhe ausfiel, sagte Frings entnervt zu dem begleitenden Offizier: „Herr General, ich kann leben, ohne Kardinal zu sein. Ich bitte Sie, bringen Sie mich nach Köln zurück.“ Das machte Eindruck, plötzlich ging alles besser.

Einmal auf sein schlechtes Augenlicht angesprochen, soll Frings in Kölsch geantwortet haben: „Jot lure kann isch schläch, ävver schläch hüre, dat kann isch jot.“ („Gut sehen kann ich schlecht, aber schlecht hören, das kann ich gut.“).

Ein andermal zog er als Kardinal ins Essener Münster ein und flüsterte dem jungen Bischof süffisant zu "was für ein nettes Kathedrälchen!", vielleicht dachte er da gerade an "seinen" Dom.

1961, es war Gründonnerstag und innerhalb der Liturgie hatte er gerade 12 alten Männern die Füße gewaschen, seufzte der Kardinal: "Im Himmel haben wir es gut. Dort brauchen wir uns nicht mehr zu waschen!"

Eigentlich war es üblich, dass die Gläubigen niederknieten, wenn der Kardinal den Dom verließ, außer an Karfreitag. Da viele trotzdem niederknieten, winkte Kardinal Frings ab: "Heute gibts nichts. Ich darf nicht."

Auf ein Lob, er habe zu Ehren der englischen Königin eine sehr gute Rede in perfektem Englisch gehalten, sagte der Kardinal: "Das will ich meinen, schließlich hat ein Professor die Rede aufgesetzt und der englische Botschafter hat sie mir danach auf Band gesprochen. Ich habe sie dann nur noch auswendig gelernt."

Es gibt noch viele Anekdoten dieses äußerst beliebten Kardinals, der schon sehr früh den Wunsch hegte, ein einfacher "Leutepriester" zu werden. Eben ein Priester für die Menschen. 
Dies ist ihm zweifellos gelungen, denn er lebt bis heute in den Herzen der Menschen weiter.

Frings starb am 17. Dezember 1978 mit 91 Jahren. Er wurde in der erzbischöflichen Gruft im Kölner Dom beigesetzt.

Der "rheinische Kardinal". Unvergessen.

Habt einen schönen Sonntag

Jupp Schmitz Denkmal

Jupp Schmitz, sagt der euch noch was? Ich denke zumindest die etwas älteren werden jetzt wissend nicken. Aber auch die jüngeren singen seine Lieder zur Karnevalszeit, oftmals ohne den Interpreten nennen zu können. Jupp Schmitz war Schlager- und Krätzchensänger und natürlich Karnevalist. Dazu ausgebildeter Pianist. Seine bekanntesten Lieder sind sicher: „Wer soll das bezahlen“ und „Am Aschermittwoch ist alles vorbei“, sowie „Es ist noch Suppe da“.

Wegen seines markanten Oberlippenbartes wurde er von den Kölnern „dä Schnäuzer“ genannt. Er starb 1991 und liegt auf Melaten begraben. Auf seinem Grabstein ist der Titel des Liedes „Am Aschermittwoch ist alles vorbei“ eingraviert. 1994 wurde dieses Denkmal aufgestellt und kurz danach auch der Platz auf seinen Namen umgetauft. Besucht ihn doch mal, es liegt sehr zentral zwischen Altstadt und Hohe Straße.

Ganz altes Köln

Dieser Römerturm war ein Eckturm der Kölner Stadtmauer aus dem 2. und 3. Jahrhundert, die insgesamt neunzehn Türme hatte. Der Durchmesser von 9,20 Metern und einer Mauerstärke von 2,50 Metern sind schon stattliche Maße. Sehr hübsch ist die ornamentale Ausschmückung mit Hilfe unterschiedlicher Gesteine. Wenige Meter entfernt an der St. Apernstraße steht die Ruine eines weiteren Turms inmitten einer kleinen Grünanlage. Und in der Helenenstraße ein weiterer. Beides sind kleine Oasen mitten in der City. Wie immer erfüllt mich Respekt und Staunen, wenn ich vor ihm stehe. Für manche nur ein kleiner Turm, für mich ein gewaltiges Stück Mutter Colonia.

Ein kleiner Spaziergang an der Stadtmauer

Heute führt mich mein Spaziergang ein Stück entlang unserer alten Stadtmauer. Ich starte am etwa 2,5 Hektar großen Klingelpützpark. Hier stand bis 1969 die Justizvollzugsanstalt. In den 30er Jahren war das Gefängnis gleichzeitig auch die zentrale Hinrichtungsstätte der Nazis im 2. Weltkrieg. Über 1000 Menschen wurden hier hingerichtet.

Ich durchquere den Klingelpütz Park und halte mich links. So komme ich auf den Gereonswall. Hier steht der Gereonsmühlenturm und ein gut erhaltenes Stück der Stadtmauer.

Der Gereonsmühlenturm ist Bestandteil des 113 Meter langen Restes der mittelalterlichen Stadtmauer und liegt zwischen Gereonswall und Hansaring. Die Mühlen waren extrem wichtig für die Stadt, da sie im Falle einer Belagerung die Versorgung mit Getreidemehl garantierten. Der Gereonsturm wurde 1446 erstmals urkundlich erwähnt. Er gehörte zu den 12 Toren und 52 Türmen, die ab 1180 die Stadt mit der Stadtmauer umgaben.

Der Turm wird seit den 50er Jahren durch die Einrichtung der Katholischen Studierenden Jugend genutzt und deshalb auch gerne „KSJ – Tower“ genannt. Südwestlich der Gereonsmühle gibt es noch ein kleines Stück der Stadtmauer. Hier wurde ein Wohnhaus fast komplett in die Mauer gebaut. Der Halbturm ist Teil des Wohnraumes. Erst 1980 hat man die Mühle und den Rest der Stadtmauer endgültig restauriert, was mich ein wenig an die Dauer des Dombaus erinnert. Scheint in Köln alles ein wenig zu dauern.

Nicht weit von hier ist der Hansaring. Dieser hat seinen Namen nicht, wie viele glauben, vom Hansa-Hochhaus, lange Zeit das höchste Hochhaus Europas, sondern er erinnert daran, das Köln lange Zeit den Vorsitz der deutschen Hanse in diesem mittelalterlichen Städtebund inne hatte. Hier in der Ecke befindet sich auch die Straße am Kümpchenshof. Und genau auf diesem Kümpchenshof soll das Drama um Jan und Griet seinen Anfang genommen haben. Aber das nur am Rande. 
Was man in unserer Stadt während eines kleinen Spaziergangs so alles zu sehen bekommt ist schon toll. Leider nimmt man sich zu selten die Zeit, genauer hinzuschauen, und Dinge zu hinterfragen. Und genau das machen wir Kölschgänger. Und es macht unglaublich viel Spaß.

St. Ursula

Der Ursulaplatz, in dessen Mitte sich die Kirche St. Ursula befindet ist heute mein Ziel. Errichtet wurde St. Ursula etwa 1135 auf einem römischen Gräberfeld.

Wenn wir einmal an ihr hochschauen, sehen wir bereits die erste Besonderheit. Diesen Kirchturm ziert nicht wie üblich ein Hahn oder ein Wetterfähnchen, sondern eine Krone. Ursula war nämlich eine Königstochter, die aber keinen allzu großen Drang spürte den für sie ausgesuchten Sohn des englischen Königs zu ehelichen. Eine göttliche Eingebung half ihr das zu verhindern, indem sie vom Königssohn verlangte sich taufen zu lassen und ihr eine dreijährige Frist bis zur Hochzeit zu gewähren, damit sie auf Pilgerreise gehen konnte.

Gesagt, getan. So machte sie sich mit 10 weiteren Jungfrauen auf die Reise gen Rom. Zu jeder der Jungfrauen sollten sich 1000 weitere jungfräuliche Damen gesellen. Auf der Durchreise in Köln erschien ihr dann ein Engel, der ihr auftrug, auf der Rückreise erneut nach Köln zu kommen, da es ihre Bestimmung sei den Märtyrertod zu erleiden. Auf dem Rückweg wurden die Jungfrauen vor den Toren Kölns von Attila und seinen Hunnen niedergemetzelt. Nur Ursula wurde verschont, da Attila sie ehelichen wollte. Als Ursula dies ablehnte, wurde auch sie getötet und die Prophezeiung damit erfüllt. So kam Köln an diese riesige Menge an Reliquien.

Bis 1802 war St. Ursula ein Kloster, wurde aber dann aufgehoben und ist seit 1804 Pfarrkirche. Übrigens wurden 1802 alle Klöster in Köln im Rahmen der Säkularisierung (Verweltlichung ) aufgehoben und meist einer Gemeinde zugeteilt. Unbedingt anschauen müssen wir uns die Goldene Kammer. Diese begehbare Reliqienkammer ist bis zur Decke mit Gebeinen und Knöchelchen gefüllt, dazu noch jede Menge Reliqienbüsten. Sie wurde 2005 eröffnet. Unbedingt anschauen.

Nach dem Besuch der Kirche habe ich jetzt ein wenig Durst. Hier am Ursulaplatz bietet sich ein leckeres Kölsch im Brauhaus zur Schreckenskammer an.

Deshalb euch einen schönen Tag und mir ein oder zwei leckere Kölsch.

Das schmalste Haus von Köln

Hi ihr Lieben. Heute waren wir mal wieder in einem unserer Lieblingsveedel unterwegs. Rund um den Eigelstein. Wir haben euch ja hier schon einiges vorgestellt, Thürmchenshafen, Eigelsteintor, einige sehr hübsche Kneipen. 
Aber wusstet ihr eigentlich, dass hier auch das schmalste Haus Kölns steht?
Am Eigelstein 115 steht es, das schmalste Haus in Köln. Es hat eine Breite von nur 2,56 Metern. Dafür hat es eine Länge von rund 30 Metern. Wenn ihr genau hinseht, werdet ihr feststellen, dass die Außenmauern der Nachbarhäuser für dieses kuriose Haus gleichzeitig die Innenwände sind. Die oberen Etagen sind nur über eine Freitreppe im Hinterhof zu erreichen. Würdet ihr hier wohnen wollen?

Manchmal sind es kleine Kuriositäten, die im Alltagsleben untergehen und bei so vielen Sehenswürdigkeiten in dieser Stadt kaum Beachtung finden. Uns Kölschgängern macht es Spaß, diese kleinen Besonderheiten zu entdecken und darauf aufmerksam zu machen. Schaut es euch mal an beim nächsten Besuch im Veedel.

Was? Am Ebertplatz gab es einen Hafen? Klar, aber lest selbst...

Der Thürmchenshafen in Köln

Wahrscheinlich werden sich jetzt die meisten fragen, ob ich evtl. etwas getrunken habe, denn von diesem Hafen haben wohl viele noch nie gehört. Und wo um Gottes willen soll der sein. Mitten in Köln? Ok, spätestens jetzt ist sich jeder sicher. Ronald HAT zu tief in die Kölner Stange geschaut, ganz klar.

Na ja, heute gibt es den Thürmchenshafen ja auch nicht mehr und der kleine Tümpel, den es noch gibt, lässt jetzt auch nicht wirklich das Gefühl, in einem Hafen zu stehen aufkommen. Aber es gab ihn mal in Köln.

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde er von den Franzosen für die Schifffahrt angelegt. Den Auftrag erteilte Napoleon persönlich, als er 1804 für vier Tage Köln besuchte. Übrigens kam er damals durch das nahe gelegene Eigelsteintor in die Stadt. Köln gefiehl ihm so gut, dass er Köln in die Reihe der "bonnes villes", der guten Städte aufnahm.

Im Thürmchenshafen war Platz für über 70 Schiffe, die hier überwintern, bzw. bei Hochwasser in Sicherheit gebracht werden sollten. Nach dem schweren Eisgang im Winter 1783 wurde die Forderung immer lauter und Napoleon gab den Bau dann auch in Auftrag. 1810 wurde mit dem Bau begonnen und bereits 1813 lagen hier die ersten Schiffe vor Anker. Jedenfalls war das der Plan der Franzosen, die zu dieser Zeit "das Sagen" in unserer Stadt hatten. Funktioniert hat das ganze allerdings nicht und so gab es den Sicherheitshafen nicht lange. Eigentlich sollte der Hafen hinter St. Kunibert, also innerhalb der Stadtmauer, angelegt werden. Angelegt wurde er dann hier.

Später wurde er aufgegeben und verfüllt. Da sich das Gelände nicht zum Bau von Häusern eignete, bekamen die Anwohner einen Park spendiert.
Sogar Grillen ist hier erlaubt. Am nordöstlichen Rand der Grünanlage finden wir ein großes Eisengitter. Hier geht es abwärts in den berühmten Kronleuchtersaal, der sich in den Abwasseranlagen befindet. Kurios, oder?
Wenn ihr am Rhein spazieren geht und auf Höhe der Bastei die Straße überquert, beginnt dort dieser kleine eigentlich unspektakuläre Park.

Unspektakulär?. Ja, wenn er eben nicht diese spannende Vergangenheit hätte.

Die Kirche St. Gregorius im Elend

Da steht sie, unweit der Severinsbrücke in der Südstadt. St. Gregorius im Elend, auch Elendskirche genannt. Der Name im Elend entstand aus dem früheren Namen des Katharinengäßchens. Dieses hieß früher „Om Elend“. Die Kirche hatte eine besondere Stellung, denn auf dem Elendskirchhof wurden die heimatlosen und nicht katholischen Leute begraben. Diese durften damals noch nicht auf einem Pfarrkirchhof beerdigt werden.

Es war also der Friedhof der „akatholischen Toten“. Protestanten wurden später dann auf dem Geusenfriedhof beerdigt, aber darüber habe ich ja bereits berichtet. Die Kirche wird bis heute für katholische Gottesdienste nationaler Minderheiten genutzt, womit sie ihrer Tradition treu geblieben ist. Das Eingangsgitter stand übrigens früher am Kölner Rathaus. Außerdem ist sie die einzige private Kirche Kölns, da sie der Familie de Groote gehört. Und das schon seit 1678.

Übrigens,wenn wir aus dem Haupttor treten, liegt links die Achternstraße. Der große Kölner Liedermacher Willi Ostermann hat einen sehr bekannten Song geschrieben, dessen Inhalt sich hier abgespielt hat. Denn hier war die Wohnung seiner Schwiegereltern und diese hießen „Palm“. Ich denke jeder Kölner kennt dieses Lied. „Kut erop! Kut erop! Kut erop! Bei Palms do es de Pief verstopp….“ und so weiter.

Aber das nur so nebenbei. Gönnt euch ab und an mal einen Abstecher in unsere Veedel. Es gibt überall etwas zu entdecken. 
 

Die Ulrepforte in der Südstadt

Die „Ülepooz“, wie der Kölner sagt, hatte keine große Bedeutung für den Verkehr und war deshalb das kleinste der Stadttore. Auch dieses Tor wurde im 13. Jahrhundert während des Baus der mittelalterlichen Stadtmauer errichtet. Mit einer Breite von vier Metern war es der schmalste Durchgang der Kölner Stadttore. Den Namen hat es von den „Ulnern“ (Töpfer), die ihr Handwerk hier ausübten. Wegen der Brandgefahr mussten sie in unbewohnte, eher bäuerliche Bereiche ausweichen.

In der Nacht zum 15. Oktober 1268 war die Ulrepforte Schauplatz einer blutigen Auseinandersetzung. Der zuvor aus Köln geflohene Erzbischof Engelbert II. von Falkenburg hatte vor, gegen die Overstolzen seine Macht zurückzuerobern. Hilfe hatte er dabei von der, ebenfalls aus der Stadt vertriebenen, Familie der „Weisen“.

Einer Sage nach wurde ein Schuster mit Namen Havenit, der direkt an der Mauer wohnte, mit 25 Mark bestochen, um einen Tunnel zu graben, durch den ein unbemerktes Eindringen in die Stadt möglich war.
Allerdings flog der Plan auf und die Eindringlinge konnten getötet, in die Flucht geschlagen oder gefangen genommen werden. Tatsächlich wurde bei Bauarbeiten, welche die Prinzengarde in Auftrag gegeben haben, ein nachträglich zugeschütteter Durchgang entdeckt. Ob dieser etwas mit der Schlacht an der Ulrepforte zu tun hatte, ist allerdings nicht bestätigt.

Ab 1450 wurde dieses eher unwichtige Stadttor zugemauert und der Turm zur Windmühle umgebaut. Im Gegensatz zu Wassermühlen, die im Falle einer Belagerung anfällig waren, da die Belagerer den Kölnern das Wasser abgraben konnten, waren Windmühlen sicher. Und so konnte hier die wichtige Versorgung durch Mahlen des Korns aufrechterhalten werden. Im 19. Jahrhundert wurde an der Ulrepforte immer wieder angebaut und diese verstärkt. So gab es 1900 hier sogar eine Gastwirtschaft. Nach dem Zweiten Weltkrieg haben die roten Funken die Ulrepforte gepachtet. Im östlichen der beiden Wehrtürme sind heute die Vereinsräume der blauen Funken zu finden.

Das Severinstor

Die am Chlodwigplatz gelegene Torburg hat ihren Namen von der Pfarrei St. Severinus. Das Severinstor oder „Vringspooz”, wie sie auf Kölsch genannt wird, ist eine der Stadttorburgen der mittelalterlichen Stadtmauer.
Im 13. Jahrhundert errichtet, diente sie der Verteidigung des Toreingangs, und war gleichzeitig ein wichtiger Standpunkt zur Sicherung einiger Klöster und der Straße in Richtung Bonn.
Nachdem 1881 die Stadtmauer eingerissen wurde, verlor die Torburg ihre Funktion und beherbergte lange Zeit verschiedene Museen. Heute kann man sich in der Torburg trauen lassen und verschiedene Räumlichkeiten können für private Feiern gemietet werden. Traditionell wird hier jedes Jahr die Geschichte von Jan und Jriet aufgeführt.

Durch den Rheinauhafen zum Bayenturm

Heute gönne ich mir einen kleinen Spaziergang durch den Rheinauhafen. Los geht es an der Drehbrücke neben dem Malakoffturm. Auf der anderen Straßenseite liegt St. Maria Lyskirchen. Heute kann man sagen "auf der anderen Straßenseite", denn hier sah es früher ganz anders aus. Es gab eine kleine vorgelagerte Insel, eine Werth. Diese war wirklich klein und wurde deshalb nur das Werthchen genannt. Die Insel erstreckte sich etwa vom Bayenturm, zu dem ich gleich noch spazieren werde, bis kurz vor St. Maria Lyskirchen. Im 13. Jahrhundert taucht die Insel in Aufzeichnungen erstmals auf, damals als Hinrichtungsstätte. Später wurde sie von Fischern und Schiffsbauern genutzt, im 19. Jahrhundert dann in einen Park umgewandelt.


Spannend die Geschichte unserer Stadt. Überall kann ich eintauchen in das alte Köln, es braucht nur ein wenig Phantasie. Nun gehe ich gemütlich weiter und lasse den Rheinauhafen auf mich wirken. Schokoladenmuseum, Olympiamuseum. Alte Kräne und Lagerhäuser. Die Kranhäuser, natürlich. Nach einiger Zeit taucht rechts ein imposanter Turm auf, der Bayenturm. 


Der Bayenturm ist ein mittelalterlicher Wehrturm, der um 1220 als Teil der acht Kilometer langen Stadtbefestigung entstand. Er war der südliche Eckturm der Stadtmauer, die Köln 700 Jahre lang umschloss. Mit seinen 35 Metern Höhe und 2,50 Meter dicken Mauern ist er schon sehr imposant anzuschauen. Ebenfalls konnte von hier aus der „Treidelbetrieb“ (das Ziehen der Kähne stromaufwärts durch Pferde) überwacht werden. Dem Turm vorgelagert war eine Schleuse, durch die der Graben vor der Stadtmauer geflutet wurde. Während des Zweiten Weltkrieges wurde der Turm erheblich beschädigt und fristete lange Zeit sein Dasein als Ruine. Erst 1987 wurde er wieder aufgebaut, eigentlich unglaublich. 


Heute ist er Sitz der von Alice Schwarzer initiierten gemeinnützigen Stiftung „Frauen Media Turm“. Im Turm befindet sich auch ihr Büro und die Redaktion der Zeitschrift „Emma“. Eine alte Kölner Weisheit sagt „Wer den Turm hat, hat die Macht“. Ein prima Streitthema für gesellige Runden in unseren schönen Brauhäusern und Gasthäusern in der nahen Südstadt finde ich. Stimmung garantiert.

Leckeres Kölsch trinken - aber wo? ( Teil 3 )

Auch heute bin ich unterwegs, um euch ein paar feine Lokale vorzustellen. Los geht es direkt am Hauptbahnhof. Hier liegt das Brauhaus Gaffel am Dom im traditionsreichen Deichmannhaus. Dieses hat übrigens nichts mit der Schuhfirma zu tun, sondern Deichmann war Besitzer einer eigenen Bank und 1870 Mitbegründer der Deutschen Bank. Außer gut Essen und Trinken, Gaffel natürlich, besteht hier auch die Möglichkeit, das "Zappes Diplom" abzulegen und zu einem perfekten Kölsch- Zapfer zu werden. Eine kurzweilige und launige Geschichte.

Weiter geht es im Ursulaviertel unweit des Hauptbahnhofs. Direkt neben St. Ursula befindet sich das Brauhaus zur Schreckenskammer. Erstmals 1442 urkundlich erwähnt. Hier gibt es ein eigenes Kölsch, das im Lohnbrauverfahren bei der Dom Brauerei gebraut wird. Dieses Kölsch wird nach hauseigenem Rezept gebraut und ohne Kohlensäure abgefüllt. Bei schönem Wetter könnt ihr auch im hübschen Biergarten sitzen. Achtung, separater Eingang.
Aber wie kommt man zu so einem Namen? Nun, das ursprüngliche Brauhaus stand in der Johannisstraße und genau gegenüber befand sich eine Eisenbahner – Lehranstalt. Die Lehranstalt hatte aber nicht genug Räumlichkeiten und deshalb wurden die Prüfungen in den Räumen des Brauhauses abgehalten. Irgendwann kam einmal ein Prüfer und suchte diese Räumlichkeiten mit dem Satz, “Na, wo ist denn nun die Schreckenskammer“.
Eine andere Erklärung ist, dass die Verurteilten auf dem Weg in die Weckschnapp ( ihr erinnert euch sicher ) im Brauhaus ihre Henkersmahlzeit bekamen. Das Kölsch schmeckt jedenfalls hervorragend. Nicht wundern, wenn der Boden sehr sandig ist. Dieser alte Dielenboden wird meist mit Sand gereinigt. Früher wurde Sägemehl benutzt. Heute ist das aber aus Brandschutzgründen verboten.

Eine sehr außergewöhnliche Location habe ich in Ehrenfeld gefunden. Hier befindet sich Kölns kleinstes Brauhaus, die „Braustelle“. In dieser gemütlichen und freundlichen Brauerei wird an acht Zapfhähnen gezapft. Neben den vier Klassikern Helios, Helios-Weizen, Ehrenfelder Alt und Pink Panther gibt es weitere vier Spezialitäten im Wechsel. Außerdem bietet die Braustelle auch Brauereiführungen, Brauseminare und moderierte Verkostungen verschiedener Biere an. Die Christian- straße 2 ist also auf jeden Fall eine Adresse, die man sich merken sollte.

Und zum Schluss für heute noch ein Laden, der in meiner Auflistung einfach nicht fehlen darf. Ein paar Meter vom Neumarkt entfernt erreichen wir das Gasthaus „Bei dr Tant“, eine alte Traditionskneipe, in der Gaffel Kölsch gezapft wird. Natürlich vom Fass. Ob im Sommer auf der Terrasse, an der hufeisenförmigen Theke oder im Oberstübchen. Egal, hier fühlt man sich wohl. Ein paar Kölsch und “jet zo müffele” (wie der Kölner sagt) und schon vergeht die Zeit wie im Fluge. Früher konnte man vom ersten Stock direkt hinunter schauen, aber mittlerweile ist die Decke geschlossen. Den Namen hat die Kneipe von Maria Kremer, die nach dem Krieg das Gebäude unter großen Mühen wieder aufbauen ließ. Für die Kinder hatte sie immer eine Zuckerstange übrig und wurde von den Menschen liebevoll „de Tant“ gerufen. Nur ein paar Schritte vom hektischen Neumarkt entfernt liegt dieses kleine Paradies.

Das waren wieder einmal einige unserer kleinen kölschen Paradiese. Schaut einfach mal vorbei wenn ihr in der Nähe seid.

Viel Spaß dabei wünscht euch Ronald.

Der Tauzieher

Diese Skulptur wurde für die Ausstellung der Vereinigung Kölner Künstler im Jahr 1908 in der Kölner Flora gefertigt. Da sie damals großen Anklang fand kam irgendwann die Idee auf eine stark vergrößerte Ausfertigung auf einem ansprechenden Platz in Köln zu installieren. Man entschied sich für eine freie Fläche am Holzmarkt vor dem neuen Kölner Hafen in unmittelbarer Nachbarschaft von Drehbrücke und Malakoffturm.

Die Skulptur aus Muschelkalk gefertigt wurde im Rheinauhafen 1911 aufgestellt. Seit 1980 steht diese Skulptur sogar unter Denkmalschutz. Sie hat eine Höhe von etwa 6,50 Meter, wobei der Sockel etwas mehr als die Hälfte davon einnimmt. Damit ist sie etwa doppelt so groß wie das Original.

Durch die unmittelbare Nähe zur Drehbrücke wird der Tauzieher oft nicht beachtet. Auch finde ich den Platz etwas lieblos und kalt. Irgendwie kommt die Skulptur da nicht zur Geltung und wirkt auf mich schon fast deplatziert. Schade eigentlich, an einem hübscheren Ort und mehr in den Mittelpunkt gestellt bekäme diese Skulptur bestimmt mehr Aufmerksamkeit.

In Köln ist sie übrigens eine der ganz seltenen Figuren, die einen körperlich arbeitenden Menschen zeigen.

 
 

Der Volksgarten

 

Eigentlich sollte er im Gebiet des Rathenauplatzes angelegt werden. Da es aber nicht genügend Grundstücke zu kaufen gab wurde das heutige Gebiet genommen. 

Bereits seit 1890 existiert der etwa 15 Hektar große Volksgarten und ist damit einer der ältesten Parkanlagen Kölns, entstanden auf dem Gelände des ehemaligen Fort IV. Dieses Fort wurde in der Zeit von 1816-1825 erbaut. Damit wurden zum ersten Mal Teile der alten Festungsanlagen in einen Park integriert. Ganz gut gelungen, finde ich.  Am Rand des Volksgartens und direkt in Nachbarschaft zu den letzten Resten dieses Forts liegt ein kleiner, aber wunderschöner Rosengarten.

Dazu gibt es im Park einen Weiher mit Tretbootverleih. Mitten in diesem Weiher schießt eine Wasserfontäne rund 15 Meter in die Höhe. Seit den 1980er Jahren wird der Park als Liegewiese und Grillplatz genutzt. Bei schönem Wetter besuchen täglich bis zu 10.000 Menschen den Volksgarten.

Mitten im Garten, wunderschön neben dem kleinen See gelegen, befindet sich der Heller‘s Biergarten mit rund 600 Sitzplätzen. Kein Straßenlärm stört, herrlich. Ausgeschenkt wird süffiges Heller‘s. Nebenan kann man Böötchen fahren.
Am Südende des Parks fällt ein kleines rotes Holzhaus ins Auge. Hier handelt es sich um „Haus Gotland“, ein Geschenk des schwedischen Staates an die Stadt Köln nach dem Krieg, um hier einen Kindergarten einzurichten.
Manchmal sitze im Volksgarten und genieße die Ruhe. Unweit der Südstadt wo das Leben pulsiert. Und genau das mag ich so an unserer Stadt. Köln hat einen Grüngürtel. Einzigartig. Durch seine Lage gibt es immer wieder die Möglichkeit unweit des hektischen Treibens zur Ruhe zu kommen. So wie heute, hier, mitten im Park. Und doch mitten in der Stadt.
Eine gute Zeit wünscht euch Ronald 

Die historische Senfmühle in Köln

Heute werde ich mir mal unsere Senfmühle anschauen. Da wollte ich schon lange mal hin. Ich liebe Senf. Ich stehe nun direkt vor dem Schaufenster der historischen Senfmühle. An manchen Tagen steigt einem der Senfgeruch auch bereits in die Nase. Die historische Kölner Senfmühle ist über 200 Jahre alt und damit eine der ältesten in Europa. Sie wurde 2009 wieder in Betrieb genommen. Hier kann ich die altertümliche Herstellungsweise in seiner vollen Bandbreite bewundern. Pro Tag werden etwa 360 kg feinster Gourmetsenf in neun verschiedenen Geschmacksrichtungen von süß über mittelscharf bis scharf hergestellt. Hierzu werden alte Rezepte aus dem 15. Jahrhundert und aus dem Jahr 1820 verwendet, wie es dem Baujahr der Senfmühle entspricht. Ich nehme mir ein wenig Zeit und nutze die Gelegenheit, dem Senfmüller bei seiner Arbeit über die Schulter zu schauen. Mehrere Führungen täglich geben dazu reichlich Gelegenheit. Und natürlich habe ich den Senf auch probiert, denn der Senf ist von höchster Stelle prämiert worden. Hier wird Klasse statt Masse geboten. In vielen Kölner Metzgereien und Gasthäusern wird dieser Senf verköstigt. Das war sehr spannend und unterhaltsam. Schön das wir so etwas in Köln haben.

Der dicke Herkules

Sechs unter Denkmalschutz stehende Hafenkräne erinnern an die frühere Hafenfunktion des Rheinauhafens mit ehemals sagenhaften 41 Kränen.

Fast ganz am Ende steht er, am Südkai, hübsch parat gemacht, längst unter Denkmalschutz und oft nur von Besuchern der in unmittelbarer Nähe stehenden "Tatortfrittenbude" beachtet, oder zumindest betrachtet. Dabei ist er für mich ein Wahrzeichen längst vergangener Zeiten hier am Rheinufer. Harte Zeiten, da bin ich mir sicher.

Der Herkuleskran, 1897 ein Jahr vor der Eröffnung des Rheinauhafens erbaut und anfangs von sechs Mitarbeitern (dank eines Übersetzungssystems) mit Muskelkraft bedient. Was muss das für eine Plackerei gewesen sein, unglaublich.

Dann 1906 auf Elektrobetrieb umgestellt, erbrachte er eine Hebelast von satten 30.000 Kilogramm, was sich 1924 ganz besonders bewährt hat: Bei der Anlieferung des "Dicken Pitters", der mit 24 Tonnen schwersten Dom-Glocke. Denn der "dicke Pitter", die Petersglocke wurde von ihm entladen.

Schaut ihn euch an, den alten Kraftprotz, wenn ihr das nächste mal dort spazieren geht. Er ist ein altes Stück Kölle und hat es verdient beachtet zu werden.

Leckeres Kölsch trinken - aber wo? ( Teil 2 )

Diese Frage stellt sich in unserer Stadt eigentlich nicht. Ein leckeres Kölsch zu bekommen ist in Köln denkbar einfach. Ich war diesmal im Kunibertsviertel und am Eigelstein unterwegs und habe hier ein paar Tipps für euch. 
Gut versteckt im Kunibertsveedel eröffnete im Jahr 2000 das Brauhaus Max Stark. Dieses sehr angenehme Ecklokal besitzt längst Kultstatus. 1998 abgerissen und im originalen Stil wieder aufgebaut, zapft man hier seitdem Päffgen Kölsch. Natürlich frisch aus dem Fass. Einziger Nachteil, man darf nicht zu spät kommen, denn der Laden ist nicht so groß und füllt sich abends schnell.

In unmittelbarer Nähe zur Eigelstein–Torburg, früher ein wichtiger Teil der alten römischen Heerstraße, die durchs komplette Rheinland führte, befindet sich das schöne Brauhaus “Em Kölsche Boor” mit seiner über 250 Jahre alten Tradition. Namentlich erwähnt wurde es bereits vor der Zeit der französischen Revolution. Damit ist es eines der ältesten Brauhäuser Kölns. Ausgeschenkt wird Gaffel Kölsch - die Brauerei ist ja nicht weit weg. Sehr gut finde ich auch, dass hier der Senf unserer Kölner Senfmühle benutzt und verkauft wird. So gehört sich das. Wer nicht aus Kölle kommt, sollte sich unbedingt das „Kontörchen“ in der Mitte des Brauhauses ansehen. Ein schönes Stück kölscher Brauhaus Tradition. Wo ich gerade vom Essen spreche. Hier im Eigelsteinveedel lebte früher auch ein unvergessenes Kölsches Original, das einem immer einfällt, wenn man vom Essen spricht. Die Rede ist von Johann Arnold Klütsch. Den Kölnern besser bekannt als „Fressklötsch“. Sein Appetit war überall in Köln bekannt und er sorgte immer wieder für unglaubliche Anekdoten. So hat er einmal beim Entladen eines Holländischen Frachters geholfen und als Lohn ein großes Rad Käse erhalten. Als er in die Stadt wollte, forderte man ihn auf, die fällige Steuer für den Käse zu zahlen. Dies tat er nicht. Stattdessen setzte er sich hin und vertilgte das komplette Rad Käse vor den Augen des Offiziellen und stolzierte danach hämisch grinsend an den Wachen vorbei durch das Stadttor.

Mal kein Traditions–Gasthaus, aber trotzdem prima, das Anno Pief. Entstanden aus einer normalen Wohnung, nachdem der Stavenhof, so heißt die Straße, seinen Ruf als Rotlichtgasse eingebüßt hatte. Hier im Stavenhof arbeiteten früher die sogenannten „Kleingeld–Prostituierten“, sprich die älteren Damen des horizontalen Gewerbes, die aus den lukrativen Bezirken verdrängt wurden. Hier ist es die Straße, die für die Tradition zuständig ist. Millowitsch drehte hier seine „Klefisch“ Krimis und Jürgen Zeltinger besang den Stüverhoff. Eine normale Kneipe ist es aber natürlich trotzdem nicht. Im hinteren Bereich des Raumes sitzt man auf Kirchenbänken. Hier „denkt“ man Kölsch.
Zurück auf der Straße Eigelstein sehen wir gegenüber in 20 Metern bereits das Weinhaus Vogel.

Das Weinhaus Vogel ist ein sehr angenehmes Wein- und Bierhaus mit gemütlich rustikalem Ambiente. Urig schön. Wenn man hier im Biergarten sitzt, fällt es schwer sich vorzustellen, dass es nur rund 700 Meter bis zum Hauptbahnhof sind. Früher wurde viel Wein getrunken, auch in Köln. Aus dieser alten Tradition stammt noch der Name. Wie in vielen Brauhäusern war es auch üblich Schnaps zu brennen. Auch dafür stand das Weinhaus Vogel. Und ein kleiner Tipp von mir, probiert einmal das eigene, etwas stärker eingebraute „Hopfenblut“. Es lohnt sich, am besten im urigen Thekenraum.

Am Eigelstein 115 steht das schmalste Haus in Köln. Es hat eine Breite von nur 2,56 Metern. Dafür hat es eine Länge von rund 30 Metern. Wenn ihr genau hinseht, werdet ihr feststellen, dass die Außenmauern der Nachbarhäuser für dieses kuriose Haus die Innenwände sind. Die oberen Etagen sind nur über eine Freitreppe im Hinterhof zu erreichen. Würdet ihr hier wohnen wollen?

Das waren ein paar Tipps aus dem Bereich hinter dem Hauptbahnhof. Viel Spaß beim ausprobieren.

Euer Ronald

Kölsch trinken – aber wo?

Hi liebe Kölschgänger-Freunde. In unserem Namen findet ihr das Wort „Kölsch“. Dies kann auf unsere Sprache und auf unser Bier gemünzt sein, oder beides. Jedenfalls erinnert unser Name mich regelmäßig daran, dass ich Durst habe. Und mir wurde schon früher gesagt ich solle darauf achten genug zu trinken. Also kehre ich schon mal in der einen oder/und anderen Lokalität ein und komme dem Rat nach.

Einige meiner liebgewonnenen Lokalitäten möchte ich euch heute kurz vorstellen. Jede hat ihr ganz eigenes Flair und genau diese Abwechslung finde ich so schön.

Das Brauhaus im roten Ochsen, nur ein paar Meter von der Altstadt entfernt. Dieses Brauhaus kann auf eine lange Tradition zurückschauen, die bis ins Jahr 1798 zurückreicht. Leider wurde 1916 der Braubetrieb eingestellt und das Traditionshaus von dieser Zeit an als Gasthaus weitergeführt. Hier besteht die Möglichkeit, ein leckeres Reissdorf zu süffeln, natürlich vom Fass gezapft.

Die Ubierschänke. Die wohl traditionsreichste Kneipe in der Südstadt, urig und typisch Kölsch. Und da in urigen Kneipen immer alles etwas anders ist, gibt es hier auch ein eigenes Bier, nämlich Böll Bier. Benannt wurde das Bier nach dem Szenewirt Clemens Böll, der nur wenige Schritte von hier das Chlodwig Eck betrieben hat.
Neben Kölsch könnt ihr hier je nach Saison auch Maibock, helles oder den roten Bengel trinken. Diese Biere werden in der Sünner Brauerei im Lohnbrauverfahren unter Aufsicht nach eigener Rezeptur gebraut. Da es in kleinen Brauchargen hergestellt wird, kann auf großindustrielle Stabilisierungsmethoden verzichtet werden und wir bekommen ein absolut natürliches Bier. Auch Konzerte finden hier regelmäßig statt.

Direkt am Rand des Trude Herr Parks steht das Bürgerhaus Stollwerk. Bei schönem Wetter lohnt es sich, ein wenig im Biergarten Platz zu nehmen und die Ruhe zu genießen. Immerhin sind wir gerade mal 2000 Meter vom Dom und der hektischen Betriebsamkeit dort entfernt und bekommen hier das Gefühl, irgendwo weit weg von der City zu sein.

Das Früh im Veedel, mitten im Herzen der Südstadt und eine der ältesten Gaststätten Kölns. Früher war hier eine Brennerei beheimatet, wie man an der Fassade immer noch erkennen kann. Seit 1979 wird hier Früh–Kölsch gezapft. Im „Invalidendom“, wie er bei Insidern heißt, kann man immer noch die historische Destille bewundern, die hier früher im Einsatz war. Das Essen ist typisch kölsch und das urige Flair lädt zum Verweilen ein.

Das Alte Brauhaus. An diesem Ort entstand 1894 die Brauerei Reissdorf, von Heinrich Reissdorf gegründet. Nach dem 2. Weltkrieg befand sich hier die Flaschenfüllanlage. Nachdem der Platz aber zu eng wurde und in Rodenkirchen ein neues Werk entstanden war, wurde 2010 an alter Stelle wieder ein Brauhaus errichtet.
Diese Tradition setzt das Brauhaus fort, da hier natürlich Reissdorf gezapft wird. Hier, mitten in der Südstadt und im Schatten der Severinstorburg, lässt es sich gut aushalten. Bei schönem Wetter können die Glastüren geöffnet werden. So sitzt man dann direkt an der Straße und bekommt auch noch etwas vom Leben im Veedel mit.

So, das waren einige schöne Anlaufstellen um sich ein süffiges Kölsch durch den Kopf gehen zu lassen. Nächste Woche habe ich noch ein paar angenehme Tränken für euch. Bis dahin eine gute Zeit und Prost wünscht euch Ronald.
Mehr Beiträge von Ronald Füllbrandt findet ihr auf der Homepage.
https://www.koelschgaenger.de/un…/nix-is-verjesse-mein-köln/

Legenden ohne Ende - St. Gereon

Hallo ihr Lieben, es ist mal wieder Zeit, euch eine unserer Kölner Kirchen vorzustellen. Dazu geht es diesmal ins Gereonsviertel, übrigens ein sehr hübsches Viertel.

Die Kirche St. Gereon gehört zu den zwölf großen romanischen Kirchen in Köln. Zum Bau dieser Kirche gibt es natürlich auch wieder einige Legenden. Angeblich war Gereon der Anführer einer Thebäischen Legion, der den Auftrag hatte, die Christen zu verfolgen. Da er sich weigerte, diesen Auftrag auszuführen, und in Köln seine Waffe dem Kaiser zu Füßen legte, wurde er selbst und seine 318 Männer geköpft.

Eine andere Legende sagt, dass an dieser Stelle der Brunnen gestanden haben soll, in den die Körper der Märtyrer geworfen wurden. Tatsächlich konnte aber nie ein Brunnen nachgewiesen werden. Auch die Geschichte, dass die hl. Helena den Bau der Kirche auf Gereons Grabstätte veranlasste, ist allein zeitlich gesehen schon eher unwahrscheinlich. Erwiesen ist allerdings, dass die Geschichte St. Gereons bereits zu Zeiten des römischen Reiches seinen Anfang nahm.

Einer anderen Legende zufolge, ließ der Erzbischof Anno II. die Kirche erweitern, nachdem ihm die Gefährten Gereons im Traum erschienen waren. In diesem Traum sollen sie dem armen Mann Prügel angedroht haben, wenn er nicht dafür sorge, dass ihre Gebeine in einer für Helden angemessenen Umgebung begraben lägen.

Übrigens ist Gereon auch der Schutzpatron der Soldaten und, man höre und staune, auch der gegen Kopfschmerzen. Diese Ehre hat er allerdings nicht seiner späteren Kopflosigkeit zu verdanken, sondern der Legende, dass ein Bischof von seinen Kopfschmerzen befreit wurde, nachdem er den Staub aus dem Brunnen von St. Gereon eingeatmet hat.

Wenn wir St. Gereon von außen betrachten, stellen wir fest, dass um die Kirche herum viel Grün ist und dass man schon fast das Gefühl bekommt in einem Park zu sein. Direkt daneben im “Gereonsdriesch” finden wir dann tatsächlich noch einen kleinen Park. Mitten drin steht die 1858 gestaltete Mariensäule. Diese stand früher mitten auf der Gereonstraße. In diesem Park stehen drei Linden, die der bekannte Künstler aus der verbotenen Stadt, Joseph Beuys, 1985 mit Basaltsteinen hier aufstellte. Dazwischen liegt die bekannte Kopfskulptur des Märtyrers Gereon auf dem Boden. Hergestellt wurde diese 2005 von Iskender Yediler.

Ich finde es immer wieder spannend,mir die vielen kölschen Veedel anzuschauen, jedes hat sein eigenes Flair. Überall stößt man auf Kuriositäten, Legenden, Geschichten. So wie hier in St. Gereon. Viele dieser kleinen Geschichten könnt ihr auf den Rundgängen in meinem Buch "Kölschgänger" nachlesen. Einfach während eines kleinen Spaziergangs durch unsere Veedel.

 

Der Geusenfriedhof  - Ein längst vergessener Ort?

 

 

Der Geusenfriedhof 1584 angelegt, ist damit die älteste evangelische Begräbnisstätte des Rheinlands. Heute befindet er sich inmitten des dicht besiedelten Wohngebiets Köln-Lindenthal. Damals jedoch lag er außerhalb der Stadttore und bot damit, nach geltendem Recht, die einzige Möglichkeit für die reformierte Gemeinde, ein Begräbnis zu erhalten. Seit 1981 steht der Friedhof unter Denkmalschutz.

 

Der Begriff Geusen (gueux) ist auf den französisch-sprachigen Raum zurückzuführen und bedeutet so viel wie Bettler. Bezeichnet wurden mit diesem Ausdruck die aus den Niederlanden kommenden protestantischen Freiheitskämpfer, die als Glaubensflüchtlinge während des Achtzigjährigen Krieges (1568 bis 1648) nach Köln kamen. Doch auch hier waren zur damaligen Zeit die Anhänger der Reformation wenig willkommen. In der freien Reichsstadt Köln, die Anfang des 16. Jahrhunderts definitiv im katholischen Lager verblieben war, wurden die „Artfremdem“ verhört, verfolgt oder verhaftet. Ein protestantischer Gottesdienst oder gar  eine Bestattung auf einem katholischen Friedhof innerhalb der schützenden Stadtmauern?– nicht nur unvorstellbar, sondern streng verboten! Allenfalls eine Verbrennung auf dem Elendsfriedhof, neben Selbstmördern, Ehrlosen und Hingerichteten kam in Frage.

Umso skurriler die Entstehung des Geusenfriedhof. Denn 67 Jahre nach der Publizierung der 95 Luther-Thesen wurde das Grundstück vor dem Weyertor ausgerechnet von einer katholischen Adligen, Ursula von Gohr zu Kaldenbroek, gespendet. Sie schaffte damit die erste und einzige Möglichkeit für die reformierte und lutherische Gemeinde, ihre Angehörigen auf einem christlichen Friedhof beizusetzen.

 

Offiziell genutzt wurde die Grabstätte bis 1829. Anschließend war es den protestantischen Toten gestattet auch auf dem Kölner Melaten Friedhof beigesetzt zu werden, was dazu führte, dass 1875 die letzte Beerdigung auf dem Geusenfriedhof stattfinden sollte.

Heute ist das kleine Areal mit den halbverfallenen, überwucherten Gräbern ein idealer Ort für neugierige Spurensucher, die die Vergangenheit der Stadt fernab von Museen entdecken wollen. Die zahlreichen Grabplatten erhalten dabei nicht nur Lebensdaten der Verstorbenen, sondern sind auch mit kunsthistorisch wertvollen Darstellungen verziert. Familienwappen, alte Berufsbezeichnungen, Bildmetaphern des Todes, sowie Bibelinschriften prägen diese Grabplatten, Stelen, Säulen und Obelisken. Sie erzählen ausführliche Geschichten.

 

(Aus dem Buch "Kölschgänger". Danke an den Bertuch Verlag Weimar sowie an Julia Meyer für die Unterstützung.)

St. Kunibert

Hallo meine Lieben. Heute möchte ich euch animieren mal St. Kunibert zu besuchen. Den Besuch könnt ihr ganz wunderbar mit einem Spaziergang am Rhein verbinden.
Wenn ihr euch von der Altstadt in Richtung Zoobrücke bewegt kommt ihr automatisch an St. Kunibert vorbei. Ihr braucht nur einmal die Straße überqueren und steht fast schon vor dem Eingangsportal.

Der Heilige Kunibert, um 600 geboren und später Bischof von Köln, stiftete damals an dieser Stelle eine Kirche, in der er auch bestattet wurde. Ca. 1210 wurde dann mit dem Bau von St. Kunibert begonnen. Damit ist sie die jüngste der großen romanischen Kirchen in Köln.

Die Kirche wurde im Laufe der Zeit immer wieder verändert und ausgebaut und im 2.Weltkrieg stark zerstört. Hier wurden die Kriegsschäden sehr spät komplett beseitigt, denn erst 1993 wurde St. Kunibert vollständig wiedereröffnet. Beim Aufbau wurden allerdings starke Veränderungen vorgenommen, so dass die Kirche heute anders aussieht als vor der Zerstörung. Sehr bekannt ist die Legende vom Kunibertspütz, einem Brunnenschacht. Dieser Legende nach befand sich auf dem Grund des Schachts eine Art Paradies, in dem Kinder spielten und von der Jungfrau Maria gefüttert wurden.

Nach Ansicht dieser Kölner Legende wurden die Kinder also nicht vom Storch gebracht, sondern entsprangen dem Kunibertspütz. Bis ins 19. Jahrhundert war es Brauch, dass Frauen mit unerfülltem Kinderwunsch Wasser aus diesem Brunnen tranken. Sehr schön ist auch die Orgel, die eher untypisch ebenerdig untergebracht ist und die schon sehr beeindruckend aussieht.

Viel Spaß beim Besuch und euch eine gute Zeit wünscht euch Ronald.

Am Malakoffturm
 
Hey ihr Lieben. Heute habe ich einen schönen Spaziergang von der Altstadt zum Malakoffturm unternommen. Ist nicht wirklich weit, 15 Minuten, gemütlich gegangen. Da es dort einen wunderbaren Biergarten gibt, schaffe ich die Strecke manchmal auch in 10 Minuten.
 
Seit 2005 befindet sich dieser schön gelegene Biergarten mit 200 Sitzplätzen auf der Hafenterrasse und lädt bei schönem Wetter zu einem süffigen Sion Kölsch ein. Und jetzt muss ich leider einen bösen Kritikpunkt anbringen.
Lieber Biergartenbetreiber. Kölsch aus diesen unmöglichen Gläsern. Gehts noch?. Da rege ich mich jedes mal drüber auf. Boah ey. Geht echt nicht. Wir müssen Reden. Unbedingt.
 
Essen wird nicht angeboten, aber direkt vor dem Biergarten befindet sich eine Imbissbude. Wir dürfen das Essen mit in den Biergarten nehmen. Ein Schild vor dem Biergarten weist sogar extra darauf hin, dass nach einer Biergartenverordnung König Ludwigs aus dem 19. Jahrhundert mitgebrachte Speisen im Biergarten verzehrt werden dürfen. So mag es der Kölsche. Also genießen wir die Zeit und betrachten uns den Malakoffturm schon einmal in Ruhe und erfahren etwas über seine Geschichte.
 
Als im Jahre 1848 die rheinseitige Stadtbefestigung ausgebaut wurde, entstand vor der südlichen Altstadt ein neuer Sicherheitshafen. Um diesen zu schützen, wurde im Jahre 1855 der Malakoffturm als Geschützturm gebaut. Die Anlage lag damals noch an der Nordspitze der „Rheinau“. Seinen für uns etwas seltsamen Namen hat der Turm von der Eroberung des Fort Malakow in Sewastopol durch französische Truppen im Jahre 1855. Durch die Berichterstattung während des Krimkrieges wurde der Name Malakoff mit Stärke, Größe und Belastbarkeit in Verbindung gebracht.
 
Nachdem diese Verteidigungseinrichtung später nicht mehr gebraucht wurde und das Areal zum Rheinauhafen umgestaltet wurde, entstand ein neues Hafenbecken und der Turm wechselte die Seite und steht jetzt auf der Stadtseite. Im Jahre 1880 wurde dann eine hydraulische Druckwasserpumpe in den Turm eingebaut um das Bewegen der nebenan liegenden Drehbrücke zu ermöglichen. Aber davon werde ich ein anderes mal erzählen.Jetzt gehts noch schnell gegenüber ins Senfmuseum, meinen Vorrat auffüllen damit ich auch in Zukunft zu allem meinen Senf zugeben kann.Also,bleibt sauber, bis die Tage. Euer Ronald
Ein Krokodil auf dem Rhein - Abenteuer für die Kleinen
 
Erinnert ihr euch auch ab und zu an Abenteuer eurer Kindheit? Es sind ebenso schöne wie auch wertvolle Erinnerungen. Ich durfte früher auf einem alten Aalkutter mitfahren. Nur ein paar hundert Meter den Rhein rauf und runter. Es ist ewig her und die Aalkutter sind längst Geschichte. Aber an guten Tagen, wenn ich am Rhein spazieren gehe, kommen die Erinnerungen zurück. Sie zaubern mir ein Lächeln ins Gesicht und für ein paar kostbare Augenblicke bin ich wieder Kind und sehe den Rhein wieder mit Kinderaugen. Das ist schön.
 
Nun, auch Ihr habt die Möglichkeit euren Kleinen eine Freude zu Bereiten. In Zündorf an der Groov könnt ihr mit einem kleinen Boot, dem Krokodil auf die andere Rheinseite nach Weiß übersetzen. Kinder im Alter bis 6 Jahren fahren für 1 Euro. Das ist ein wirklich bezahlbarer Spaß.
 
Ihr könnt sogar ein kleines Abenteuer daraus machen. Es gibt eine kleine weiße Tafel die man herunterklappen muss, und einen extra Sitzplatz damit der Kapitän auf dem Schiff auch sieht das da jemand wartet. Was glaubt ihr welche Gefühle bei einem Kind aufkommen wenn es alle Vorbereitungen getroffen hat und sich das Boot drüben auf der anderen Seite dann in Bewegung setzt. Zappelig wird es sein. Aufgeregt.
 
Für Kinder ist der Strom noch viel größer und wenn ein Schiff vorbei kommt, das Krokodil ein wenig in den Wellen liegt und das kleine Schiff anfängt leicht zu schaukeln ist die Aufregung bei euren Liebsten groß.
 

Gönnt euren Lieben und auch euch selbst dieses Erlebnis.

Kleiner Tipp. Am Abend vorher schon mal sagen was ihr machen wollt und dann eine kleine Geschichte erzählen. Die vom Wal, der sich mal in den Rhein verirrt hat bietet sich da an.

Viel Spaß wünscht euch Ronald

 

Colonius - Nichts dreht sich

 

An der Inneren Kanalstraße steht er, stolz und weit sichtbar. Am 3. 06. 1981 eingeweiht gehört er seit dem zur Kölner Skyline und ist für viele Menschen unterwegs ein guter Orientierungspunkt mit seiner stolzen Höhe von rund 243 Metern.

 

Was waren das für Zeiten als man noch oben im Panorama-Restaurant in 175 Meter Höhe sitzen konnte und den unglaublichen Ausblick über die Stadt und bei schönem Wetter auch auf das Kölner Umland genießen durfte. Ich kann mich noch gut erinnern, als ich das erste Mal da oben war, es war gigantisch. Während wir in der Cafeteria bei Kaffee und Kuchen saßen, drehte sich das Restaurant innerhalb einer Stunde einmal komplett um die eigene Achse. Es war zu keiner Zeit langweilig da oben.

 

Wie gerne würde ich das noch einmal erleben. Auch heute noch erwische ich mich ab und an dabei wie ich hinauf schaue und mich in Gedanken da oben sitzen sehe. Schade, in anderen Städten bekommt man das hin, wir schaffen das leider nicht. Also schwelge ich weiter in Erinnerungen an diese schönen Momente längst vergangener Tage. Colonius, ich mag dich.

 

 

 

 

 

 

St. Maria Lyskirchen

 

Was für ein herrliches Wetter heute. Zeit mal wieder einen kleinen Spaziergang zu unternehmen. Ich  schaue mir heute mal diese kleine Kirche kurz hinter der Altstadt an. Kann ich wunderbar mit einem Spaziergang am Rhein verbinden und hinterher vielleicht noch auf ein Kölsch im Biergarten am Malakoffturm, der liegt genau gegenüber der Kirche. Aber erst einen kleinen Abstecher zu dieser kleinen Kirche. Da bin ich schon zigmal vorbeigekommen auf meinen Spaziergängen am Rhein entlang, aber irgendwie habe ich diese Kirche nicht so richtig wahrgenommen. Zeit das zu ändern.

St. Maria Lyskirchen ist die kleinste der zwölf großen romanischen Basiliken, entstand etwa um 1220. Besonders schön sind die Gewölbefresken über dem Eingang. Diese wurden ab 1879 wieder freigelegt und sind größtenteils erhalten geblieben. Hatte irgendwo einmal aufgeschnappt das die Leute oft von der "Schifferkirche" reden und damit diese Kirche gemeint ist. Hier wird die spätgotische Schiffermadonna verehrt, deshalb dieser Name. Eigentlich ist dies ja auch gar nicht so abwegig, bedenkt man die unmittelbare Nähe zum Rhein. Und früher war der Rhein noch etwas näher.

Heute kommt einem diese Ecke ein wenig verschlafen vor, aber früher war hier die Holzwerft. Bau - und Brennholz wurde hier entladen und gehandelt. Daran erinnert der Name des benachbarten Platzes, der Holzmarkt. Straßennamen verraten oft etwas über die Vergangenheit der Umgebung, meine Kollegin Annegret stellt euch ja aus diesem Grund wöchentlich einen Straßennamen vor. Aber zurück zur Kirche.

 

Bei genauer Betrachtung stelle ich fest das diese Kirche nur einen Turm hat. Der geplante linke Turm hat nur zwei Geschosse, und da Lyskirchen immer nur Pfarrkirche war und deshalb einfach zu wenig Geld zur Verfügung stand, wurde er nie fertig gestellt.

An der Westfassade sind einige Hochwassermarkierungen zu erkennen, eine ist aus dem Jahr 1784, als Köln von einem schlimmen Hochwasser mit Eisgang heimgesucht wurde.

Neben der Kirche geht es einige Treppenstufen hoch und ich befinde mich auf dem ehemaligen Kirchhof. Er ist heute eine kleine Grünanlage im Schatten der Kirche. Hier fehlt jetzt nur eine hübsche Bank um die Anlage in Ruhe genießen zu können.

 

Sicherlich gibt es über diese Kirche noch viel mehr zu berichten, so gibt es eine wunderbare Legende, aber davon berichte ich euch ein andermal. Auch die Geschichte der Madonna werde ich dann erzählen. Für einen ersten Eindruck auf diesem Spaziergang soll es aber  erst einmal reichen. Jetzt gehe ich rüber in den Biergarten und genieße das Wetter und den Blick auf den Rhein.

Oder vielleicht doch erst gegenüber ins Senfmuseum? Hier weht schon der Geruch von frischem Senf herüber.

Viel Spaß beim entdecken wünscht euch Ronald

Stadtrebellen - Kleimanns neue Band

 

Im Sommer 2016 begann ich meine eigene Band zu gründen. Nun ist es am 27.04.2017 endlich soweit. Wir, die Stadtrebellen, haben unseren ersten Auftritt im "Kölsche Band Contest Loss mer singe" in der Ubierschänke.

Diese Info sah ich vor ein paar Tagen auf der FB Seite der Zeltinger Band. Dies machte mich neugierig, denn die Musik der Zeltinger Band höre ich seit....ach du sch...., das müssen jetzt fast 40 Jahre sein. Und ja, seit 1979 gibt es mit schöner Regelmäßigkeit von denen "was auf die Ohren". Was für eine lange Zeit.

 

Seit ein paar Jahren spielt in der Zeltinger Band der junge Gitarrist Dennis Kleimann, der mit Jürgen Zeltinger auch als "Zeltinger/Kleimann"  auf der Bühne steht. So weit so gut. Und der macht jetzt also eine neue Band auf?. Darüber wollte ich mehr wissen, also nahm ich Kontakt zu Dennis Kleimann auf, und gestern war es dann soweit. Termin für Kölschgänger mit den Stadtrebellen, seiner neuen Band.

Verabredet waren wir zu einer Bandprobe und draußen vor der Halle waren sie auch schon zu hören. Und wie. Gesang auf Kölsch und die Musik ging richtig nach vorn. Laut, kräftiger Rock/Pop. Die Art Musik, bei der man nicht ruhig sitzen bleibt. Und doch irgendwie anders ohne dass ich es direkt erklären konnte. Bekannt und doch neu. Frisch und spannend jedenfalls.

Die nächste Überraschung gab es dann beim Gespräch. Eigentlich hatte ich nur Dennis erwartet, da er ja der Leader und Bandgründer ist. Aber nein, die ganze Band versammelte sich zum Gespräch und ich merkte schnell das hier eine Band am Start ist die sich gefunden hat und jetzt nur noch eines will. Raus auf die Bühnen und Gas geben.

Während des Gesprächs wurde auch klar das Dennis sich hier richtig gute Musiker geangelt hat die aus den verschiedensten Musikrichtungen kommen. Von kölscher Musik bis Elvis haben die Jungs alles drauf. Und da Dennis zwar der Chef ist, aber jeder seiner Kreativität freien Lauf lassen darf, kommt dann dieser eigene Stil dabei heraus. Übrigens hat die Band auch sehr schöne eher ruhige Songs drauf. Die Mischung stimmt.

 

Heute geht es also dann zum ersten Gig auf die Bühne. Die Jungs haben viel vor, sie wollen auf Dauer eine feste Größe werden in Kölns Musikszene. Aber heute ist es  erst einmal nicht so wichtig ob sie sich für das Finale qualifizieren. Sagen sie. Es ist der erste gemeinsame Auftritt und sie wollen einfach mal schauen wie ihre Musik ankommt und endlich raus auf die Bühne. So ganz habe ich Ihnen das nicht abgenommen. Ehrgeizig sind sie, wollen jetzt sehen, wo sie stehen, wie sie ankommen. Ihrem Bandnamen "Stadtrebellen" Ehre machen.

Klare Empfehlung von mir. Heute Abend in die Ubierschänke. Es wird spannend. Hier entsteht etwas, egal wie heute Abend das Ergebnis lautet, wir werden noch von Ihnen hören. Merkt euch den Namen. Stadtrebellen.

Die Stadtrebellen, das sind: Dennis Kleimann - Gesang/Gitarre, Toni Cardone - Gesang/Gitarre, Tobias Becker - Bass/Gesang, Nicolas Hartweg - Schlagzeug.

Ach ja, und um Gerüchten vorzubeugen. Dennis bleibt auch der Zeltinger Band treu.

Viel Spaß beim Konzert wünscht euch Ronald.

 

 

 

Flora/Botanischer Garten

 

Hallo ihr Lieben, jetzt ist es endlich langsam so weit. Alles beginnt zu sprießen und zu blühen. Zeit mal wieder einen kleinen Abstecher in die Flora zu machen. Ich bin ja immer wieder überrascht, wie viele Kölner noch nie in der Flora waren oder zumindest seit Jahren nicht mehr. Dabei ist die Flora meiner Meinung nach ein Muss, denn mit ihrer Vielfalt gehört sie zweifellos zu den schönsten Anlagen im ganzen Land. Aber Moment, in Kölle sagen wir immer noch Flora und vergessen meist den Botanischen Garten. Beide Gärten sind so ineinander verwachsen das sie eigentlich gar nicht mehr getrennt werden können. 

 

Sie sind natürlich zu unterschiedlichen Zeiten angelegt worden, die Flora bereits um 1862 und der Botanische Garten um 1912. Und sie wurden auch aus ganz unterschiedlichen Gründen angelegt. Während der Botanische Garten eher die Aufgabe eines Lehrgartens übernahm, wurde die Flora als botanischer Zier- und Lustgarten angelegt. Da fällt mir doch ein das ich unbedingt nachschlagen wollte welche Funktion ein Lustgarten eigentlich hatte, hört sich ja schon interessant an. ;)

 

Das Areal ist ja schon riesig, alle paar Meter ist etwas schönes zu sehen, so fällt es mir schwer jetzt etwas herauszuheben. Die Anlage ist einfach zu beeindruckend. Sehr schön sind jedenfalls die Schaugewächshäuser, das Alpinum und auch der Bauerngarten.

Eigentlich muss man alle paar Wochen hin, den je nach Jahreszeit ändert sich das Bild wieder und jede Jahreszeit hat ihren eigenen Reiz.

Erwähnen muss ich aber das wunderschöne Gartenlokal "Dank Augusta". Hier bei einer Tasse Kaffee zu sitzen ist wie ein kleiner Urlaub. Die Anlage ist einfach ein Traum. Ihr solltet in nächster Zeit unbedingt mal einen Spaziergang in die Flora einplanen. Dä, erwischt, ich sage auch immer nur Flora, alte Gewohnheiten.

Aber egal wie man die Anlage auch nennt, sie ist ein absolutes Highlight in unserer Stadt.

Der Blücherpark

 

Hallo liebe Kölschgänger Freunde, das Wetter wird schöner und damit steigt auch die Lust ein paar Spaziergänge in unseren Parks zu unternehmen. Deshalb möchte ich heute den Blücherpark vorstellen.

Dieser Park liegt im Bereich Neuehrenfeld bis Bilderstöckchen und hat eine ganze Menge zu bieten. Neben Pavillons, einer sehr hübschen Kleingartenanlage, einem Fußballplatz, dem obligatorischem Spielplatz und natürlich dem Mittelpunkt des Parks, den Kahnweiher. Hier können wir sogar Böötchen fahren. Mit etwas Glück begegnen wir den Schwänen, einen sehr schönen Biergarten gibt es außerdem. Auf einer Erhöhung gibt es einen kleinen Blumengarten zu bestaunen der von Steinlöwen bewacht wird.

 

Der Blücherpark entstand von 1911 - 1913 und zeichnet sich durch seine streng geometrisch gegliederte Form aus und erinnert ein wenig an typische Parks der Barockzeit, als Prunk und Protz in Mode war. Im Park immer wieder zu sehen sind die Halbkugeln aus Stein. Direkt neben dem Weiher ist ein kleiner aber sehr hübscher Blumengarten angelegt. Die Steinlöwen an den Treppenanlagen wurden extra für den Park gefertigt, was für die Kölner Parks eher untypisch ist. Besonders schön ist die Ecke am Nordende im Frühjahr, wenn die Schwäne im Schilf ihre Nester bauen. Dies ist vom erhöhten Übergang zwischen Weiher und Blumengarten aus gut zu beobachten.

 

So richtig ruhig ist es hier allerdings nie, denn direkt neben dem Park verläuft die A57, allerdings gewöhnt man sich sehr schnell an die "Nebengeräusche". Es lohnt sich auf jeden Fall einmal durch den Blücherpark zu spazieren, selbst wenn man nicht in unmittelbarer Nähe des Parks wohnt.

Viel Spaß beim entdecken dieser Parkanlage und eine gute Zeit wünscht euch Ronald.

 

Adresse: Parkgürtel, 50823 Köln

Der Kunibertsturm

 

Ich habe einen schönen Spaziergang am Rhein unternommen. Genauer gesagt, von der Altstadt in Richtung Zoobrücke. Und da steht doch tatsächlich zwischen den Häusern ein alter Turm an den sogar ein Haus "angebaut" ist, wodurch der Turm als Wohnraum integriert ist. Coole Sache. Es handelt sich um den etwa 17 Meter hohen Kunibertsturm, besser bekannt als "Weckschnapp". Aber der Reihe nach.

Der Kunibertsturm gehörte zum Teil einer von der Stadt erbauten Torburg, errichtet um 1233. Nachdem die Torburg 1266 bei Aufständen der Bürgerschaft gestürmt und zerstört wurde, blieben lediglich die Turmbauten erhalten. Heute steht nur noch der kleine Turm, auch "Weckschnapp" genannt. Dieses "Türmchen" gab dem Wall an dem es liegt seinen Namen, Thürmchenswall eben.

 

Die Sage der Weckschnapp erzählt von einem Turm, in dem im Mittelalter Gefangene eingesperrt wurden, die durch die sogenannten "heimlichen Gerichte" verurteilt wurden. Die dort eingesperrten bekamen weder etwas zu essen, noch etwas zu trinken und waren einem qualvollen Tod ausgeliefert.

Ihre einzige Möglichkeit an etwas Essbares zu gelangen war ein Sprung zu einem Laib Brot (Wecken), der oben an der Decke hing. Sprang der verzweifelte Gefangene  allerdings nach diesem Brot, öffnete sich unter ihm eine Falltür und er fiel durch ein mit scharfen Messern gespicktes Loch direkt in den Rhein. Und das wahrscheinlich nicht mehr an einem Stück. Nur ein einziger Gefangener soll den Sturz in den Rhein überlebt haben. Der Sohn einer reichen Kaufmannswitwe, der von seiner eigenen Mutter wegen Diebstahls angeklagt wurde, soll so zwischen den Messern durchgefallen sein, dass er unverletzt in den Rhein fiel und sich retten konnte.

 

So schaurig - schön die Legende von der "Weckschnapp" auch ist, die Wahrheit war wohl eine etwas andere. Im Kunibertsturm wurden wie sie damals hießen "Peinliche Verhöre" abgehalten. Im Rhein stand wohl nur eine "Ark", ein Befestigungsteil das mit dem Kunibertsturm über einen Wehrgang verbunden war. Die Ark ist 1784 beim großen Hochwasser untergegangen und zerstört worden.

Nicht weit von hier ist die "Bastei", errichtet auf dem Stumpf eines ehemaligen Festungsturmes. Adenauer ließ 1923 von dem Architekten Ripphan das Panorama - Restaurant mit den Worten "bauen se dat Ding, aber machen se et schön" bauen. Den stumpf könnt ihr bei einem Spaziergang auch heute noch gut ausmachen.

Was man während eines kleinen Spaziergangs am Rhein so alles zu sehen bekommt. Ist schon was besonderes, unser Kölle.

 

Adresse: Konrad Adenauer Ufer 69, 50668 Köln

 

Karl Berbuer Brunnen (Narrenbrunnen)

 

Vielen Leuten, gerade der jüngeren Generation mag der Name Karl Berbuer nichts sagen, aber es wird kaum jemanden geben, der nicht irgendwann ein Lied von ihm gesungen hat.

 

Der Kölner Sänger und Komponist Karl Berbuer schrieb im Laufe der Jahre über 120 Lieder, von denen einige auf etwas kuriose Art Verwendung fanden. So reiste Konrad Adenauer 1950 als Bundeskanzler zu einem Staatsbesuch nach Chicago. Da es zu dieser Zeit noch keine offizielle Hymne gab, wurde er mit dem Berbuer Lied "Heidewitzka Herr Kapitän" empfangen.

 

Bei anderen offiziellen Gelegenheiten wurde auch gerne "Wir sind die Eingeborenen von Tritzonesien" gespielt, eine kleine Anspielung auf die drei Zonen der Westmächte zu der Zeit. Auch bei Sportlerehrungen war es sicher ein besonderes Gefühl mit dem Tritzonesien Lied geehrt zu werden.

Weitere sehr bekannte Lieder waren "Un et Arnöldche fleut", oder das "Camping Leed". Bis heute werden seine Lieder in Köln in Ehren gehalten und regelmäßig gespielt. Egal ob zu Karneval oder anderen Gelegenheiten, Karl Berbuer und seine Lieder sind unvergessen. Karl Berbuer wurde auf dem Südfriedhof beerdigt.

 

Der Brunnen wurde 1987 errichtet. Die Figuren stellen Personen aus seinen Liedern dar und er selbst steht mitten unter Ihnen. Manche Figuren lassen sich sogar bewegen.

Einen kleinen Extra - Tipp habe ich natürlich auch noch für euch. Gönnt euch einen gemütlichen Bummel über die Severinstraße und lasst euch ein wenig vom ganz eigenen Flair des Veedels verzaubern. Und wunderbare Läden zum Einkehren lassen sich hier auch finden.

 

Adresse: Karl Berbuer Platz, 50678 Köln