Im Schatten des Domes - von Ramona Krippner

Parkdeck 6

Ich habe mich schon oft gefragt: wo wurden diese Fotos gemacht?...

Sie zeigen den Dom in voller Breitseite, also muss dieser Ort schon etwas höher gelegen sein. Bis mir vor kurzem der Zufall zu Hilfe kam und ich im Internet - wieder bei einem solchen Panoramafoto - den Schriftzug an eben jenem Gebäude sah: Galeria Kaufhof. Eigentlich so naheliegend, aber meistens kommt man da ja erst später drauf.

Als ich kurze Zeit später wieder nach Köln kam, wollte ich es also in Angriff nehmen. 
Ich mußte dazu auf den höchstgelegenen Punkt des Kaufhauses, was bei einer leichten Höhenangst nicht unbedingt zu meinen Lieblingsbeschäftigungen gehört (was auch erklärt, warum ich bis heute den Südturm "meines" Domes noch immer nicht erklommen habe). Aber wie sagte mir mal jemand? Für schöne Fotos muss man Opfer bringen. Also suchte ich nach dem Parkdeck, wo wo aus man diesen einzigartigen Blick haben sollte. Ich fand es auch, nur zu meinem Leidwesen führte ausgerechnet ein gläserner Außenaufzug bis ganz nach oben. Sehr hilfreich. Einfach nicht nach unten sehen, sagte ich mir...
Oben endlich angekommen, trat ich auf das Parkdeck und...hier konnte ich unmöglich richtig sein. Die Aussicht, die ich erwartet hatte, fand ich hier nicht.

Es war aber doch dieses Kaufhaus, gab es da noch eine andere Möglichkeit? Also wieder nach unten. Mit geschlossenen Augen versteht sich. Wieder festen Boden unter den Füssen ging ich nun direkt ins Kaufhaus, um mich dort nach diesem Parkdeck zu erkundigen. Eine sehr freundliche und hilfsbereite Mitarbeiterin beschrieb mir zwar den Weg nach oben, aber dass man von dort den Dom in seiner vollen Pracht sehen sollte, war auch ihr neu.
Sie sagte aber, nun selbst auch neugierig geworden, dass sie nach Feierabend dort hoch und nachsehen wollte. Und was soll ich sagen? Sollte sie tatsächlich gucken gegangen sein, ist sie sicher überrascht und nicht enttäuscht worden. So wie ich auch. Endlich!
Das Wetter war zwar nicht perfekt, aber wie heißt es so schön? Man kann ja nicht alles haben.

Nur mal am Rande: dort oben angekommen, sah ich, dass es eine Art Verbindungstunnel gibt, der beide Parkhäuser verbindet. Ich hätte es also auch leichter haben können. Aber so ist wenigstens die freundliche Verkäuferin von dem Kaufhaus auch zu dieser Aussicht gekommen.

Dass ich nicht wirklich nach unten gesehen habe, brauche ich an dieser Stelle glaube ich nicht zu erwähnen, aber das mußte ich auch gar nicht. Der Ausblick von diesem doch sehr weitläufigen, aber im Moment wenig frequentierten Parkdeck ist umwerfend. Schaut man nach Osten, erblickt man die Kranhäuser. Mal aus einer völlig anderen, untypischen Perspektive, ebenso, wie die Rheinbrücken. Und dann Richtung Norden...den Dom. Ich hatte es geschafft. 
Aber noch etwas anderes habe ich dort oben entdeckt. An einem Haus sind, fast so weit oben, wie ich mich dort befand, zwei römische Soldatenstatuen angebracht. Von unten würde die da wohl niemand vermuten.
Faszinierend, wo überall in dieser Stadt man auf die alte römische Geschichte trifft. Köln ist voller Geheimnisse, und ich hoffe, noch einige davon für mich (und euch) zu entdecken.

Solltet ihr auch mal das Parkdeck 6 besuchen wollen...genießt es. Es lohnt sich!

Bis bald
Eure Ramona

Von der Gaststätte zur Legende

Siegesstr. 18, 50679 Köln. Wir schreiben das Jahr 1959. Ein junger Mann übernimmt mit seiner Frau die Gaststätte von seinen Eltern, die diese seit 1945 geführt hatten. Ihre Namen: Hans und Annemie Lommerzheim...

Wie gesagt - eine ganz normale Gaststätte. Dass diese aber bereits nach wenigen Jahren schon Kultstatus besitzen würde, davon ahnten die beiden zu Beginn sicher nichts. Und bei meinem letzten Besuch in Köln kam ich dann endlich auch in den Genuss.

Ich dachte, ich sei vorbereitet. Aber im Nachhinhein muss ich gestehen...auf DAS konnte ich gar nicht vorbereitet sein. Öffnungszeit (offiziell): 16:30 Uhr. Bereits um 16:15 Uhr standen ca. 30 Leute vor der Tür. Und das hübsch in Reih und Glied und unglaublich geduldig.
16:25 Uhr. Die Schlange hinter mir ist mittlerweile länger als die vor mir. Da stehen tatsächlich um 16:30 Uhr zwischen 60 und 70 Leute, die darauf warten, dass geöffnet wird. Sowas kannte ich bisher höchstens vom Sonderpostentag bei Aldi. Nur mit dem Unterschied, dass hier nicht geschubst und gedrängelt wird.

Man kommt in Köln ja, wenn man in der Stadt unterwegs ist, mit dem einen oder anderen schon mal ins Gespräch (was hier nicht wirklich ein Problem darstellt) und viele, nein, eigentlich so ziemlich jeder wußte was zu erzählen, wenn das Gespräch auf Lommi kam. Dabei ist mir aufgefallen, dass die einzelnen Erzählungen sich allesamt deckten. Völlig unabhängig voneinander erzählten die Leute über diese Kneipe und ihren Wirt dasselbe. Ich hatte das Gefühl, jeder, der davon sprach, wurde in eine andere Zeit versetzt. Und jeder musste immer noch lachen über das, was er dort schon erlebt hatte. Ebenso erzählte wirklich jeder, dass Lommi eher sehr wortkarg war, für ihn aber seine Gäste an erster Stelle kamen und jeder gleich war. Ob Kölner oder Immi, ob einfacher Gast oder Präsident. Schade, dass ich ihn nicht kennengelernt habe, aber dafür war ich schon beim ersten Mal wohl mindestens 20 Jahre zu spät in dieser unglaublichen Stadt. So, weiter...

Selbst als dann geöffnet wurde, ging es noch mit Ruhe zu und jeder, der einen Sitzplatz ergattern konnte, durfte sich glücklich schätzen, denn der ca. 50 qm große Raum war schnell gefüllt. Und trotz dessen, selbst, wenn man mal kurz an die Luft wollte, oder ganz profan, schlicht zur Toilette musste, man wurde durchgelassen, ohne, dass da irgendein böses Wort fiel. Man geht freundlich miteinander um. Einfach nur schön. Wenn man sich hier umschaut, glaubt man, die Zeit wäre irgendwann einfach stehen geblieben. Aber genau das macht es ja aus. Man hält sich hier stundenlang auf und auch für einen selbst bleibt irgendwie die Zeit stehen. Man genießt einfach nur.

Wer keinen Platz mehr bekommen hat, ob nun im Keller oder oben im Gastraum bleibt eben einfach entweder an der Theke oder draußen vor der Tür stehen. Denn das wichtigste, ob nun sitzend oder stehend, drinnen oder draußen: es gibt Kölsch. Deswegen sind wir ja schließlich alle hier. Was ich wirklich klasse finde, sind die Köbesse. Trotz Hochbetrieb bester Laune, freundlich und vor allem...schnell. Das eine Kölsch ist noch nicht weg, da steht das nächste schon vor mir. Meinen Respekt und ein ganz großes Dankeschön an dieser Stelle an euch.

Kleine Bemerkung am Rande: das Essen hier schmeckt genial. Leid tun mir nur die armen Löwen, Tiger und Geparden im Zoo, denn wenn ich die Koteletts sehe, die hier auf Tellern an mir vorbeigetragen werden, dann können die nur aus dem Zoo entwendet worden sein und waren eigentlich zur Raubtierfütterung gedacht. 
Wenn man dann noch das Glück hat, so wie ich, die Zeit mit lieben Menschen zu verbringen, macht das Ganze doppelt Spass.

Zum Glück hat man die Möglichkeit überhaupt noch, denn es gab mal die irrwitzige Idee zweier Museen, das Lommerzheim ausstellen zu wollen, was sich aber zerschlagen hatte. Am 31.12.2004 um 14:25 Uhr verließ das letzte geleerte Fass Kölsch die Kneipe. Die Eheleute schlossen ihre Gaststätte aufgrund gesundheitlicher und altersbedingter Gründe. Ein halbes Jahr später starb der Wirt dieser legendären Gaststätte. Nachdem das Lommi vier lange Jahre leer stand, wurde es im März 2008 im Beisein von Annemie Lommerzheim unter der Führung eines neuen Wirtes wiedereröffnet. Und wenn ich mir Bilder anschaue von damals, hat sich nicht viel verändert. Und das ist gut so.

Wegen genau solcher Erlebnisse und der Tatsache, dass es in Köln einige Menschen gibt, die mir sehr ans Herz gewachsen sind, fällt es mir jedesmal schwerer, hier wieder wegzufahren. Um so größer ist die Vorfreude aufs nächste Mal. Um diese Stadt, ihre Menschen und liebgewordene Freunde wiederzusehen.

Bis bald
eure (inzwischen wieder nüchterne) Ramona

 

Foto von Heinz Schramm (https://www.facebook.com/HeinzusFotografie/)

St. Matthaeus in fossa

Noch nie gehört? Das glaub ich gerne und doch kennt ihr sie...

"St. Matthaeus in fossa" bedeutet: Im Stadtgraben vor dem römischen Nordtor. Von den frühen Christen als Kapelle gegründet, und so, wie wir sie heute kennen im 13. Jahrhundert erbaut (mit Veränderungen)...die Dominikanerkirche St Andreas.
Woher die Kirche ihren Namen hat? Erzbischof Bruno ließ im 10. Jahrhundert einen Chorherrenstift mit Kanonikern aus St. Maria im Kapitol errichten. So kam es zum Neubau der Kirche und der Weihe mit dem Patrozinium des heiligen Andreas, welche im 11. Jahrhundert noch erweitert wurde.

Eine der zwölf großen romanischen Kirchen Kölns. Mittendrin, ebenso wie die anderen. Köln wirkt für mich nicht wie DIE typische Großstadt, da man hier nicht wie in anderen Städten von Hochhäusern in Banken- und Geschäftsvierteln erschlagen wird und dennoch...auch hier treffen Moderne, hektisches Treiben auf der einen Seite und alte Geschichte auf der anderen Seite aufeinander. Man könnte diese Kirchen auch als Ruhepole der Stadt bezeichnen. Geschichtliche Oasen. So, wie eben auch St. Andreas. Ganz in der Nähe, sozusagen tatsächlich und nicht nur sprichwörtlich im Schatten des Domes steht die gewölbte Pfeilerbasilika mit dem achteckigen Vierungsturm. Im Westen der Kirche befand sich ursprünglich ein Kreuzgang sowie das Stiftsgebäude. Ca. im Jahre 1400 wurden dann gotische Seitenkapellen angebaut. Im 15. Jahrhundert allerdings wurde der Langchor aus dem 11. Jahrhundert abgerissen, die damalige Krypta wurde aufgegeben. St. Andreas erhielt eine gotische Chorhalle.

Wie wir ja inzwischen von vielen Kirchen wissen, wurden diese im Laufe der Jahrhunderte immer wieder um- oder sogar neugebaut, erweitert oder verändert.
Alle Baumaßnahmen hier aufzuzählen, würde schlicht den Rahmen sprengen.

St. Andreas...der heilige Andreas...diese Kirche kann noch einen weiteren Heiligen nennen...und er hat unter ihrem Dach seine letzte Ruhestätte gefunden. Albertus Magnus, deutscher Gelehrter und Bischof. Er wirkte auch in Köln, selbst in den Anfängen des Baus des Kölner Doms war er zugegen. Gestorben 1280, wurde er 1622 selig- und 1931 von Papst Pius XI. heiliggesprochen und zum Kirchenlehrer erklärt. 1941 ernannte Papst Pius XII. ihn zum Schutzpatron der Naturwissenschaftler. In der Walhalla in Regensburg findet sich eine Gedenktafel an ihn. 
Nachdem die Krypta aus dem 11. Jahrhundert in den Jahren 1953-1955 von Karl Band wieder freigelegt wurde, wurde diese durch die Grabkapelle erweitert, in welcher die Gebeine des Dominikaners Albertus Magnus nun seit 1954 in einem römischen Sarkophag ruhen.

Zwei Jahre nach Kriegsende, St. Andreas hatte den zweiten Weltkrieg beinahe unbeschadet überstanden, übergab Kardinal Frings den Dominikanern die Seelsorge an die Kirche. Die Predigerbrüder, die hier seither wirken, leben im an die Kirche angrenzenden Kloster.

Sie ist eine der zwölf großen Kirchen Kölns...und jede einzelne hat ihre eigene Geschichte...Geschichte - wir können sie hier überall spüren, in jedem Winkel der Stadt finden.
Möge sie auch all die, die uns folgen, so faszinieren und in ihren Bann ziehen...

Roncalli & Co.

Schon seltsam, was sich um unseren Dom herum so tummelt. Eine Schlange hab ich entdeckt, einen Hahn und Rosen. Sogar Päpste. Nein, ich hatte nicht zwei Kölsch zuviel...

Ich befinde mich auf der Südseite des Domes, am Roncalliplatz. Und genau hier läßt sich all das finden. Hier wurde, nein anders...MUSSTE leider vor 22 Jahren, im April 1996, ein Zaun errichtet werden, um den Dom vor Vandalismus zu schützen. Dieser Zaun mit allerlei Verzierungen, wie eben genannter Schlange zum Beispiel oder auch den Rosen entstammt der Metallwerkstatt der Wesselinger Kunstschmiede Paul Nagel und Michael Hammers. Acht Schmiede arbeiteten an dem 58 m langen Zaun, der um das gesamte Südportal reicht.

Etwas weiter links kommen wir zu besagten Päpsten. Wir finden hier zwei Gedenktafeln vor. Auf der ersten wird des Namensgebers des Platzes gedacht, auf dem ich stehe. Und auch wenn ich, man möge es mir verzeihen, zu meinen "Köln-Anfängen" noch den Zirkus Roncalli damit in Verbindung brachte, ist es doch jemand anderes gewesen, dem dieser Platz seinen Namen verdankt, nämlich Papst Johannes XXIII. Bürgerlicher Name: Angelo Giuseppe Roncalli. Bereits 1921 kam der damalige Priester (in seiner Eigenschaft als Präsident des Zentralrates des Päpstlichen Missionswerkes in Italien und zum Monsignore erhoben) zu Besuch nach Köln und feierte am 27. Dezember im Dom die heilige Messe. Am 28. Oktober 1958 wurde er zum Papst gewählt.

Die zweite Gedenktafel, an einem Strebepfeiler der Langhaussüdseite auf der Papstterrasse, zeigt die Übergabe des Logos zum 20. Weltjugendtag von Papst Johannes Paul II an Papst Benedikt XVI. Im Hintergrund erkennt man den Petersdom und den Kölner Dom. Zu ihren Füßen sieht man die Mitras mit den Wappen beider Päpste.

Wenn ich jetzt ein paar Meter zurücktrete und mein "Kapellchen" so betrachte, empfinde ich diesen Anblick wieder (oder besser gesagt, wie immer) einfach nur gigantisch. Und himmlisch. Apropos himmlisch. Das bietet eine gute Überleitung zum dem Kunstwerk, welches sich hinter mir befindet. "Columne pro Caela", wie der Künstler Heinz Mack sein Werk nennt. Besser bekannt aber wahrscheinlich als "Himmelssäule". 1984 wurde die Säule als Geschenk des Lions-Clubs an die Stadt Köln dort errichtet. Eine Himmelssäule am Kölner Dom. Passt!

Zum Abschluss meines heutigen Ausfluges um den Dom herum, mache ich mich auf den kurzen Weg über die Domplatte und stehe vor einer originalgetreuen Kopie einer Kreuzblume. Das heißt, eigentlich ist dies schon die zweite Kopie, denn die erste, die aus Kunststoff bestand, wurde in einem Sturm in der Nacht zum 1. März 1990 völlig zerstört. Deshalb fertigte man die zweite aus Beton. 
Die Kreuzblume ist ein Denkmal (gestiftet vom Verkehrsamt für die Stadt Köln anläßlich der 100-Jahr-Feier zur Domvollendung, an welchem rundherum Tafeln in verschiedenen Sprachen dazu angebracht sind. Eine davon sogar auf kölsch.

Die Umgebung des Domes bietet noch einiges sehens- und wissenswertes. Doch davon erzähle ich ein anderes Mal.

Noch ein Wahrzeichen

Ja, so würde auch ich sie bezeichnen. Denn egal, ob auf Postkarten, selbst gemachten Fotos oder einfach nur, wenn man, wie ich gerade, den Rheinboulevard entlang geht...und sie betrachtet, sie fällt genauso ins Auge und gehört zu diesem gewohnten Bild wie ihr großer Bruder, der Dom. Wen ich meine? Groß St. Martin, eine der zwölf großen romanischen Kirchen der Stadt. Und auch wenn ich den Dom eben als großen Bruder bezeichnet habe...ist Groß St. Martin doch die ältere unter den "Geschwistern". Eingebettet in Wohn- und Geschäftshäuser steht die dreischiffige Basilika mit dem Chor in Kleeblattform (Dreikonchenchor) in der Kölner Altstadt, im Martinsviertel direkt in Rheinnähe.

In römischer Zeit befand sich dort eine vorgelagerte Insel. Wie man bei Ausgrabungen in den 1970er Jahren herausfand, hatten die Römer im ersten Jahrhundert dort sogar eine Sportanlage mit Schwimmbecken gebaut. Ein knappes Jahrhundert später allerdings blühte der Handel in Köln derart, dass auf diesem Platz eine Lagerhalle errichtet wurde. Nachdem die Franken im 5. Jahrhundert dann die Herrschaft übernommen hatten, entstand aus dieser Halle die erste dem heiligen Martin geweihte Kirche.

500 Jahre nach dem ersten Bau entstand auf den Grundmauern der römischen (ehemaligen) Lagerhalle ein Neubau der Kirche. Allerdings wurde auch dieser nicht sehr alt, denn bereits 1150 sorgte ein großer Stadtbrand dafür, dass die Martinskirche wieder vernichtet wurde. Man wartete jedoch nicht lange mit dem Wiederaufbau und machte sich sofort an die Arbeit. Das Langschiff des Neubaus wurde ebenfalls auf den Grundmauern der römischen Lagerhalle errichtet. Der Dreikonchenchor konnte schon 1172 geweiht werden (für Kölner keine schlechte Bauzeit, das aber nur am Rande).

Nicht lange danach entstand der überdimensionale Vierungsturm mit seinen vier Türmchen (zur Erklärung: Vierung bedeutet, dass hier im Kirchenraum Haupt- und Querschiff zusammentreffen. In Kirchen mit dem Grundriss eines Kreuzes wird also dort der Chor vom Langhaus getrennt. Daher nennt man den Turm, der sich direkt über dieser Stelle befindet, Vierungsturm. Bei unserem Dömchen ist das übrigens genauso, achtet mal darauf).

Ich bin inzwischen über die Hohenzollernbrücke auf die andere Seite spaziert und stehe nun unterhalb von Groß St. Martin. Diese Kulisse mit den bunten Häuschen davor ist schon was Besonderes. Der Turm bietet wirklich einen mächtigen Anblick und ist aus der Kölner Skyline nicht wegzudenken. Im Gegensatz zu Meister Gerhard, der beim Dom genauer kaum hätte rechnen können, hatten sich hier die Baumeister allerdings etwas vertan, denn der Turm war zu hoch geworden und dementsprechend auch zu schwer. Aus statischen Gründen - die westlichen Türmchen stürzten in den Jahrhunderten nämlich mehrmals ein - wurde beim Neuaufbau nach dem zweiten Weltkrieg, bei dem die Kirche zu großen Teilen, mal wieder, zerstört wurde, eine unsichtbare Verstärkung aus Beton eingebracht.

Als ich die Basilika betrete, erwartet mich schlichte Schönheit. So imposant Groß St. Martin von außen wirkt, so schlicht ist sie innen gestaltet und strahlt dabei doch etwas aus. Ich denke, der Innenraum wirkt auf die Menschen in verschiedener Weise. Zum einen erhaben, zum anderen, und so habe ich es in diesem Moment empfunden, auch einsam. Das aber muss jeder für sich selbst herausfinden. Einen Besuch dort kann ich euch nur empfehlen. Übrigens: In der Krypta unter dem Chor kann man die Fundamente aus römischer Zeit bewundern.

So "Kleine", du wirst zwar immer im Schatten deines großen Bruders stehen...aber du bist ebenso ein Teil dieser wunderbaren Stadt, die so viel zu erzählen hat.

Wer es wagt...

Es ist Nacht in Köln. Neblig. Wenn überhaupt, sieht man durch den Nebel nur schummriges Licht. Die Gassen, durch die ich muss, sind menschenleer. Ich bin allein, komme von einer Veranstaltung und bin unterwegs zurück zu meinem Hotel. Und so langsam bereue ich, nicht ein etwas näher gelegenes Hotel gebucht zu haben. Ich war schon einige Male hier und ich liebe diese Stadt. Aber jetzt in der Nacht wirkt alles so anders. Der Mond bricht gerade durch die Wolken und läßt Häuser und Bäume unheimliche Schatten werfen. Ich beschleunige meine Schritte, ich möchte nur endlich im Hotel ankommen. Plötzlich fühle ich mich beobachtet. Ich schaue auf und blicke in ein finster dreinblickendes Gesicht mit dunklen Augenhöhlen. Mir stockt der Atem, bis ich erkenne, was mich da anschaut. Dieses Gesicht und einige andere dieser Art habe ich doch hier schon öfter gesehen, aber dann bei Tageslicht. Es sind die sogenannten Grinköpfe, auch Annoköpfe genannt. Warum aber sind diese Köpfe mit den seltsamen Augen über einigen Türen in der Altstadt angebracht?

Gegen Ende des elften Jahrhunderts, Anno war Erzbischof von Köln, gab es ebendort einen jungen Kaufmann namens Richmut. Er hatte einst das Geschäft seines Vaters übernommen, der bei seiner Kundschaft stets angesehen war, aufgrund seiner Freundlichkeit und Ehrlichkeit. Leider hatte Richmut diese Eigenschaften seines Vaters nicht geerbt. Mürrisch war er in seiner Art. Aber was viel schlimmer war...er war hinterhältig und verlogen. Es heißt, eines Tages kam eine alte Frau, eine Witwe, die bereits Kundin bei seinem Vater war, zu ihm ins Geschäft, um Vorräte für den Winter zu bestellen. Wie von jeher gewohnt, zahlte sie diese im voraus und verließ sich darauf, dann auch ihre Waren ordnungsgemäß geliefert zu bekommen, sobald der Kaufmann diese beisammen hatte.

Das aber war ein Fehler, denn als einige Zeit vergangen war, fragte sie bei Richmut nach, wo denn ihre Vorräte blieben. Der Kaufmann behauptete daraufhin, nie eine Bestellung und somit auch kein Geld von ihr erhalten zu haben. Die alte Frau war sehr erzürnt und verlangte entweder nun die Waren oder ihr Geld zurück. Wieder behauptete Richmut, sie müsse sich irren, er habe keinen Auftrag von ihr erhalten. Zornig rief sie beim Verlassen des Geschäftes, dass Gott ihn für seine Tat strafen möge. Darauf liess sie es aber nicht beruhen. Und so trug sie ihre Beschwerde den zwölf Schöffen beim städtischen Gericht vor. Damit war sie nicht die erste. Doch die Schöffen waren bestechlich und Richmut kam so jedesmal ohne Strafe davon. Leider schien es diesmal wieder so auszugehen. Auch hier schrie die Alte voller Zorn, dass Gott sie alle zwölf für ihre Tat strafen möge. Aber was nun...es blieb nur noch eine einzige Möglichkeit, für Gerechtigkeit zu sorgen. Sie musste ihre Beschwerde gegen die Übeltäter in Köln, die sie so schändlich behandelt hatten, Erzbischof Anno vortragen. Dafür reiste sie sogar zur Abtei Siegburg, Anno hielt sich damals gerade dort auf.

Der Erzbischof tobte und schrie, als er die Vorwürfe hörte, dass er so etwas in seinem heiligen Köln nicht dulden würde. Und er veranlasste, dass der Kaufmann und die Schöffen verhaftet wurden. Ihm vorgeführt, stritten sie nun aber ihre Tat ab. Bis auf einen, der vor lauter Angst schließlich gestand, dass die alte Frau die Wahrheit gesagt hatte. Anno sprach eine grauenvolle Strafe aus. Allen, bis auf den einen, der gestanden hatte, sollten mit glühenden Eisenstangen die Augen ausgestochen werden. Der eine durfte ein Auge behalten, um seinesgleichen zurück nach Köln zu bringen. Zudem musste er an seinem und den Häusern der zwölf anderen Übeltätern steinerne Fratzen anbringen, als Warnung an die Kölner Bürger, Unrecht zu begehen und um zu zeigen, wo die schlechten Menschen wohnen...

Erleichtert, diese unheimliche Stimmung hinter mir gelassen zu haben, erreiche ich endlich mein Hotel. Und ich glaube, nächstes Mal nehme ich ein Taxi.

Zwischen den Welten

Ich bin auf einem meiner Spaziergänge durch Köln. Viele schöne Kirchen gibt es hier. Den Dom, die zwölf großen romanischen Kirchen und bestimmt habt auch ihr eine Lieblingskirche. Meine kennt ihr ja.

Noch beeindruckt von dem einen oder anderen Anblick dieser Bauten, die überall in der Stadt verteilt sind, bummel ich weiter durch die Straßen und Gassen und fast hätte ich sie übersehen. Hier hätte ich allerdings auch nicht wirklich mit einer weiteren Kirche gerechnet. Oder vielmehr dem, was davon noch übrig ist. Nur der Torso und eine unscheinbare Fassade existieren noch. Dabei ist sie eine der ältesten Pfarrkirchen der Stadt...St. Alban, oder besser - Alt St. Alban. Man schätzt, dass der ursprüngliche Bau bereits aus dem Jahre 850 stammt, der Turm wurde aber erst gegen Ende des 15. Jahrhunderts errichtet. Die Kirche wurde wohl bis ins 17. Jahrhundert mehrfach umgebaut und leider im zweiten Weltkrieg fast vollständig zerstört. Aufgebaut wurde sie nicht mehr, es wurde nur gesichert, was noch da war. 1959 wurde St. Alban zur Gedenkstätte der Opfer beider Weltkriege erklärt.

Ein beklemmendes Gefühl macht sich breit, schaut man jetzt zwischen Gitterstäben hindurch in den offen gehaltenen Innenraum, selbst ein Dach gibt es nicht mehr. Eine Gedenkstätte, die an die Gefallenen erinnern soll und das tut sie, denn in diesem Innenraum befinden sich zwei lebensgroße Figuren, die man die "trauernden Eltern" nennt. Dieses Kunstwerk zeigt sehr deutlich das Leid dieser Zeit, da bedarf es keiner weiteren Worte.

Käthe Kollwitz, deren Sohn auf dem Soldatenfriedhof in Vladslo/Belgien im ersten Weltkrieg beerdigt wurde, erschuf das Original, welches sich auch auf eben diesem Friedhof befindet. Die Kopie, die sich in Alt St. Alban befindet, wurde 1953 von Joseph Beuys und Erwin Heerich angefertigt, beides Schüler von Ewald Mataré, der den Taubenbrunnen vor der Westfassade des Kölner Domes errichtet hat.
Übrigens: Eine Kirche St. Alban gibt es dennoch. Ende der Fünfziger Jahre wurde Neu St. Alban in der Nordstadt Nord errichtet.

Um mich herum der Trubel dieser außergewöhnlichen Stadt und mittendrin - fast versteckt - dieser bewegende Ort für die, die nicht vergessen sein sollen. In Gedanken bei dieser Szene der "trauernden Eltern" bleibe ich noch eine Weile stehen, bevor ich meinen Spaziergang fortsetze...in der Hoffnung, dass irgendwann endlich überall Frieden herrscht.

Ein Märtyrer vor dem Herrn

So. Jetzt aber. Nachdem ich in meinem letzten Beitrag eine andere Heilige vorgezogen hatte, geht es diesmal aber wirklich um den heiligen Gereon.

Es war auf einem Feld bei Köln, später Mechtern (abgeleitet aus dem lateinischen "ad martyres", woraus schon das Wort Märtyrer herauszulesen ist), heutiges Gebiet zwischen Thebäer- und Mechternstraße in Köln-Ehrenfeld, wo Hauptmann Gereon, zusammen mit seinen Mitstreitern sein Leben verloren haben soll. Eine andere Version der Legende besagt, dass Gereon am Gereonsdriesch gestorben ist. Welche nun stimmt, vermag ich leider aufgrund meiner damaligen Abwesenheit (Spass) nicht zu sagen. Das aber nur nebenbei.

Was passiert war? Nun, er hatte sich seinen Glauben an Gott nicht nehmen lassen. Aber zum Anfang...

Gegen Ende des 3. Jahrhunderts gab es zwei große Kaiser, die sich die Herrschaft über das römische Reich teilten. Diokletian im Osten, Maximian im Westen. Durch ein strenges Regiment gelang es ihnen, dem Weltreich, welches längst nicht mehr auf festem Fundament gebaut war, wieder zu Reichtum und Glanz zu verhelfen. Strenges Regiment bedeutete, daß mit Waffengewalt dafür gesorgt wurde, dass die geschaffenen Gesetze auch eingehalten wurden. Dann aber geschah etwas, was die Menschheit auch heute noch kennt. All der Reichtum genügte den beiden Kaisern nicht mehr. Sie strebten nach mehr. 
Und so ernannten sie sich selbst zu Göttern, die von ihren Untergebenen von nun an angebetet werden wollten. Und zwar nur noch sie und den gläubigen Christen drohte bei Zuwiderhandlung, sprich bei Glauben an den einen eigenen Gott, die Hinrichtung. Kirchen wurden verschlossen oder sogar zerstört.

Was folgte, war eine erbarmungslose Hetzjagd auf die Christen im ganzen Reich. Es wurde so schlimm, dass Kaiser Diokletian Speziallegionen zu Kaiser Maximian schickte, um auch die Gläubigen jenseits der Alpen zu eliminieren. Die Männer dieser Legionen stammten aus dem ägyptischen Theben, und sie waren gefürchtet...denn sie hatten den Ruf, keine Scheu vor dem Töten zu haben.

Maximian entsandte Teile der Truppen aus der Schweiz nun nach Trier, Xanten, Bonn - und jetzt kommen wir zu unserem Protagonisten - nach Köln. Hauptmann Gereon zog mit 318 Mann in Köln ein, wo er sich gleich nach Ankunft seiner Truppe beim Unterfeldherrn Rictius zu melden hatte.
Während er auf seinen Befehl wartete, welchen er zu diesem Zeitpunkt noch nicht kannte, schauten sich er und einige seiner Männer ein wenig in der Gegend um und sie waren verwundert, warum alle Menschen dort große Angst zu haben schienen und teilweise sogar vor ihnen fortliefen. Die kleine Gruppe um Gereon suchte ein Gotteshaus, um zu beten, und als sie endlich eines gefunden hatten, welches aber verschlossen war, knieten sie kurzerhand vor dem Eingang nieder und beteten dort. Aus einiger Entfernung rief jemand das Wort "Heuchler". Gereon verstand wieder nicht und auf seine Nachfrage bekam er zu hören: "heute betet ihr und morgen tötet ihr uns". Gereon wies dies zurück, garantiert würden sie keine Christen umbringen und er konnte selbst einen kleinen ängstlichen Jungen, der ihn mit einem Stein bewerfen wollte, davon überzeugen, selbst Christ zu sein und an Gott zu glauben.

Dann kam der nächste Tag...

Unterfeldherr Rictius erteilte Hauptmann Gereon den Auftrag, alle gläubigen Christen Kölns zu vernichten. Die Menschen, die das hörten, weinten und waren der Verzweiflung nahe, aber es geschah etwas unerwartetes. Hauptmann Gereon, sowie sämtliche Legionäre seiner Truppe verweigerten den Gehorsam. Er würde keine Menschen anbeten, denn nichts anderes als das waren die selbsternannten "Götter" Diokletian und Maximian, ebenso würde er keine Gläubigen töten. Der erzürnte Unterfeldherr ließ daraufhin einen nach dem anderen der Gefolgsleute Gereons enthaupten, während die noch Lebenden laut und provokativ das "Vater unser" beteten.
Gereon starb als letzter.

Der Legende nach erlitt er sein Martyrium an der sich heute im Inneren der Kirche St. Gereon befindlichen Blutsäule, welcher daraufhin bis zum heutigen Tage die Fähigkeit zugesprochen wird, zwischen Gut und böse unterscheiden zu können.

Rictius stellte lautstark klar, dass so wie Gereon alle Christen sterben würden, doch seine Legionäre fanden keinen einzigen Gläubigen mehr in der ganzen Stadt. Gereon hatte ihnen die Angst genommen und so blieben sie, anstatt zu fliehen. Bis die Herrschaft der beiden mächtigen Kaiser zu Ende ging, lebten sie, gegenseitig geschützt und heimlich weiter glaubend, in der Stadt und unter dem neuen Kaiser Konstantin durften Christen endlich wieder Christen sein.

Der heilige Gereon ist der Patron von Köln, der Soldaten und, ja ich weiß, es klingt seltsam, der gegen Kopfschmerzen. Aber was wir von Gereon lernen dürfen, ist, uns nicht von anderen von dem abbringen zu lassen, woran wir glauben.

Nächstes Mal, wenn ich in Köln bin, werde ich wieder St. Gereon besuchen, die für mich persönlich schönste romanische Kirche Kölns, aber sicherlich nicht, ohne meine Gedanken zu dieser Legende schweifen zu lassen. Ich bin sicher, euch wird es genauso gehen.

Hinter den Kulissen

Vor einigen Wochen habe ich über St. Gereon und die Blutsäule geschrieben, auch mit dem Hinweis, dass ich über die Legende des heiligen Gereon später noch schreiben würde. Eigentlich hatte ich dieses heute vor, aber dem kam beim Sichten meiner Fotos nun eine andere Heilige zuvor. Wer? Eine Heilige, die sich an vielen Orten finden läßt, die man aber vielleicht in diesem Fall, am Gereonsdriesch, vor der imposanten Kulisse von St. Gereon und dem steinernen überdimensionalen Kopf des Namenspatrons kaum bis gar nicht wahrnimmt. Maria. Denn richtet man den Blick mal nach links, steht in nicht allzu großer Entfernung (neben der Blutsäule im Inneren der Kirche) eine weitere Säule. Eine Mariensäule. Aber nicht irgendeine, nein, sie ist eine der ältesten rheinischen Mariensäulen. Von Vincenz Statz wurde die neugotische Säule entworfen, und 1858 aus Udelfanger Sandstein hergestellt.

Aber wie kam es in dieser Zeit eigentlich zu dieser verstärkten Marienverehrung? Es war die Folge des von Papst Pius am 08.12.1854 verkündeten Dogmas über die unbefleckte Empfängnis der Maria. Im katholischen Köln, dessen Bürger seit 1815 mit ihrer preußischen Stadtverwaltung haderten, entstand 1855 ein Verein zur Errichtung eines Standbildes Maria Immaculata (die Unbefleckte). Weil diese Idee eines Standbildes aber bei der Bevölkerung umstritten war, weil unpraktisch, was sollte man denn mit einer Säule anfangen, erwog man sogar als Alternative den Bau eines Krankenhauses. Der Kölner Dom war ja, wie wir wissen, noch nicht fertig.

Der Verein gab jedoch nicht auf, und so wurde, im "Kampfblatt für Neugotiker", ein Blatt des Organs für christliche Kunst, ein Entwurf der Säule von Vincenz Statz veröffentlich. Und hier zeigten sich jetzt die Gegensätze der Stadt, denn mit den Planungen zur Errichtung der Mariensäule wurde bekannt, dass die Stadt Köln sich mit dem Gedanken an die Errichtung eines großen Reiterdenkmals für den Preußenkönig Friedrich Wilhelm III. trug.
Preußische Verwaltung, mit dem Bürgermeister Hermann Joseph Stupp und dem Reiterdenkmal einerseits, die katholischen Bürger Kölns mit der neugotischen Mariensäule andererseits. Schutzherr und Beschützerin der Stadt und des Erzbistums Köln.

Nachdem am 2. Juni 1857 ca. 25.000 Menschen die Grundsteinlegung der Säule feierten, wurde sie im Mai 1858 fertiggestellt, eingeweiht jedoch erst im September 1858 bei der 10. General-versammlung der katholischen Vereine Deutschlands.

Von dem Wunschstandort "Alter Markt" wollte die Stadtverwaltung nichts wissen und lehnte diesen ab. Und so wurde als Standort ein Platz in der Gereonstraße gewählt, vor dem erzbischöflichen Palais. Allerdings mußte die Säule im Zuge des Fortschritts, oder eher gesagt, der "Fortfahrt" dort zu Anfang des 20. Jahrhunderts weichen, als die Straßenbahn ausgebaut wurde und der Platz für einen Schienenstrang benötigt wurde. 1901 bekam sie also ihren noch heutigen Platz am Gereonsdriesch, südöstlich vor dem Chor von St. Gereon, oder einfacher gesagt - links vom Eingang. Sie wirkt durch ihren neugotischen Baustil ein wenig, als hätte man ein Stück vom Dom hierher verfrachtet und da sind wir auch wieder...im Schatten des Domes...denn selbst, wenn die Mariensäule nichts mit ihm zu tun hat, verbindet man doch ihre Optik mit ihm.

Vielleicht verbindet ihr ja einfach mal einen Spaziergang durch die Stadt mit einem Besuch bei der heiligen Maria. Es lohnt sich, denn mit dem Wissen um etwas, betrachtet man es doch nochmal ein wenig anders.